Buch #25: Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis

In der letzten Woche hatte ich nur im Bus Zeit zu lesen. Dort herrscht ja immer ein gewisser Geräuschpegel, Leute unterhalten sich miteinander, Jugendliche lassen uns an ihrer „Musik“ aus den Handys teilhaben, wieder andere brüllen in ihr Handy… und ja, auch ich habe mein Scherflein beigetragen: Ich bin mehrmals in lautes Lachen ausgebrochen. Erstaunlicherweise hat das mir die irritierten Blicke eingebracht, aber von einem Leser erwartet man wohl eher, dass er still ist.

Per Anhalter durch die Galaxis ist also ein sehr amüsantes Buch. Ich lese eigentlich keine Science-Fiction, obwohl ich sie im Fernsehen sehr mag – zum Beispiel ist meine absolute Lieblingsserie Doctor Who (falls es sich jemand anschauen mag: bitte unbedingt im Original gucken!).

Wir befinden uns zunächst auf der Erde und begegnen Arthur Dent, ein durchschnittlicher Erdenbewohner, dessen Haus abgerissen werden soll, um Platz für eine Umgehungsstraße zu machen. Als er sich in den Matsch vor sein Haus wirft, um die Bulldozer davon abzuhalten, wird er von Prefect Ford abgeholt, der ihm sagt, dass es nichts ausmache und er lieber ein Bier mit ihm trinken solle.

Es macht nichts aus, da ein paar Minuten später mehrere Raumschiffe über der Erde erscheinen, um diese zu sprengen, da eine galaktische Umgehungsstraße gebaut werden soll. Ford Prefect entpuppt sich als Außerirdischer, ein Anhalter, der mehrere Jahre auf der Erde gestrandet war. Er entkommt auf eines der Schiffe und nimmt Arthur mit sich.

Als die Vogonen – die außerirdischen „Erdenzerstörer“ – die Anhalter an Bord bemerken, werfen sie sie raus in den Weltraum. In letzter Sekunde werden Arthur und Ford auch hier gerettet. Zaphod Beeblebrox, ein alter Freund Ford’s, hat das nagelneue Raumschiff „Herz aus Gold“ entführt, das die beiden aufliest. Nun werden Zaphod, Ford, Arthur, Zaphods Co-Pilotin Trillian und der Roboter Marvin zu einem lange verschollenen Planeten gebracht, Magrathea. Und auch hier gibt es einige Abenteuer zu erleben.


Per Anhalter durch die Galaxis ist eigentlich ein Reiseführer, der Material über galaktische Völker, Planeten, Sterne, Bräuche und dergleichen mehr sammelt. Ford Prefect war auf der Erde, um den Artikel, der die Erde beschreibt, zu ergänzen. Aus dem Eintrag „harmlos“ wird nun „größtenteils harmlos“. Nicht alle Einträge sind so kurz gehalten.

Auch wenn man über Raumschiffe, andere Wesen, die Galaxis, also eher Unbekanntes, liest, ist die Lektüre sehr leicht. Hätte ich mehr Zeit gehabt, hätte ich es so runtergelesen. Das Buch ist amüsant und kurzweilig, es gibt einige tolle Figuren und die Handlung nimmt immer wieder neue Richtungen an. Am besten gefallen hat mir der depressive Roboter Marvin. Man kann auch einige Anleihen entdecken, die von späteren Filmen, Serien, Büchern gemacht wurden (das Buch stammt aus dem Jahr 1979).

Trotzdem muss ich sagen, dass man dieses Buch nicht unbedingt gelesen haben muss. Ich empfehle es als leichte Lektüre für zwischendurch, die einem durchaus das ein oder andere prustende Lachen beschert. Es ist der erste Teil einer Reihe, deshalb ist das Ende etwas abrupt. Die große Frage nach allem Sein wird auch beantwortet, aber diese passt nicht zur Frage. Also wird seit nunmehr Millionen von Jahren nach der passenden Frage gesucht. Vielleicht kann mir ja einer der Leser sagen, ob diese im Verlauf der Serie gefunden wird!

Douglas Adams: Per Anhalter durch die Galaxis. Aus dem Englischen von Benjamin Schwarz. Wilhelm Heyne Verlag Gmbh & Co. KG, München 2003.

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27 Gedanken zu „Buch #25: Douglas Adams – Per Anhalter durch die Galaxis

  1. Oh, ich darf mal annehmen du bist… *hüstel* etwas jünger als ich, ich hab das schon vor fast 30 Jahren gelesen 🙂 Ich mag die Bücher sehr, vom Film war ich etwas enttäuscht. Sehr gut fand ich auch die Umsetzung als Hörspiel, überhaupt mag ich Hörspiele gern.

    Ja, die Frage kommt später auch noch vor, aber die Antwort bleibt die selbe.

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    • Das mag vielleicht sein, aber eigentlich ist es auch nicht mein Metier und ohne die Liste hätte ich es wohl nie gelesen 🙂 Den Film habe ich auch nicht gesehen, weiß allerdings nicht, warum. Naja, kann man ja ändern 🙂 Ich hab mal bei Wikipedia geschaut wegen der Antwort, aber eine befriedigende Frage ist auch da nicht zu finden… Großartig, so eine Antwort zu bekommen, ohne die Frage zu haben :-)Ich denke, ich werde die Antwort in Zukunft immer geben, wenn ich nicht mehr weiter weiß…

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    • Ich habe den Film nicht gesehen, aber man kann im Buch einiges über Spezies und Planeten erfahren. Ich habe einiges ausgelassen in meiner Besprechung, damit eventuelle Leser noch überrascht werden 🙂

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  2. Also ich habe mich sehr gefreut, als ich letzte Woche gelesen habe, dass du gerade über diesem Buch sitzt. Ich war Anfangs sehr skeptisch, aber da es das Lieblingsbuch meines besten Freundes ist, habe ich mich schließlich überreden lassen. Obwohl es auch nicht gerade mein Genre ist, war ich sehr positiv überrascht um nich zu sagen begeistert. Wäre mein Schrank nicht so voll mit ungelesenen Büchern hätte ich die anderen schon längst gekauft und gelesen.
    Schade, dass du es nicht so anpreisen konntest. Ich hätte es gern weitergebloggt. Jetzt überlege ich, ob ich selbst einen Artikel über das Buch schreibe.

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    • Naja, die Geschmäcker sind nun mal verschieden 🙂 Vielleicht liegt es auch daran, dass ich nur den ersten Band gelesen habe, aber ich hab noch so viel vor mir, dass die anderen wohl fürs erste nicht drankommen werden. Falls Du Dich entschließt, einen eigenen Artikel über das Buch zu schreiben, bin ich sehr gespannt!

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  3. Obwohl ich dieses Kultbuch und dann auch die Nachfolgebände vor etwa 30 Jahren las, habe ich es auch zum International Towel Day auf meinem Blog vorgestellt. Auch ich lese wie Juneautumn normalerweise keine Science Fiction Romane, aber „Per Anhalter durch die Galaxis“ ironisiert auf höchst witzige Art dieses Genre. Douglas Adams war von seinem Verleger – oder war`s der Agent? – dazu inspiriert worden, SciFi-Romane zu ironisieren. Das lag ihm als Cambridge-Boy auch nahe, da bis heute in Intellektuellenkreisen in Cambridge die Ironie zelebriert wird.
    Die Verfilmung der Romane von Douglas Adams finde ich auch fragwürdig. Übrigens ist „Per Anhalter durch die Galaxis“ zunächst als Hörspiel konzipiert worden. Das Hörspiel ist reine Freude, finde ich, aber auch das Buch lese ich immer mal wieder und es hat mich bis jetzt noch nie gelangweilt. Und welchen Einfluss dieser Roman hatte. Ich erinnere nur an 42 als die Antwort auf alle Weltenrätsel oder den International Towel Day.

    Herzliche Grüße vom kleinen Dorf am großen Meer, das auch „Cambridge next the Sea“ genannt wird
    Klausbernd & seine munteren Buchfee Siri & Selma 🙂 🙂

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    • Vielen Dank für die Hintergründe! Das war wohl eine großartige Idee, die Science-Fiction zu ironisieren, wenn man den Erfolg bedenkt, den er damit gehabt hat. Vielleicht werde ich irgendwann versuchen, an das Hörspiel zu kommen, und mir das lieber anhören als den Film zu gucken.
      Viele Grüße nach „Cambrigde next the Sea“!

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  4. Ich bin auch nicht der Science Fiction-Leser, aber deine Rezi macht direkt Lust, es wenigstens mit diesem Buch zu probieren. Wenn es zudem noch amüsant ist, dann liest sich dieses Genre sicher leichter 🙂

    LG buechermaniac

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    • Amüsant ist es auf jeden Fall, Du wirst sicherlich ein paar Mal lachen müssen 🙂 Es liest sich auch recht leicht, das Probieren dürfte also nicht zu viel Zeit in Anspruch nehmen. Falls Du es tust, wünsche ich viel Vergnügen!

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  5. Ich teile Deine Meinung: Für mich ist es auch kein Buch, das man unbedingt gelesen haben muss. Ich habe es aber trotzdem in guter Erinnerung, weil es mir vor Jahren mal buchstäblich (durch Lachen) den Tag gerettet hat.

    Allerdings habe ich damals aus Versehen gerade für eine Weile Informatik studiert und da lacht man irgendwann über alles Mögliche 😉

    Von der Verfilmung kann ich allerdings nur abraten. Die ist nicht außerirdisch, sondern unterirdisch.

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    • Vielleicht mache ich irgendwann mal einen Trash-Abend, da dürfte die Verfilmung ja perfekt passen 🙂 Aber das Buch ist wirklich lustig, und deswegen zu empfehlen, wenn man mal Abwechslung braucht und ein wenig lachen möchte, da kann ich Dir nur zustimmen 🙂

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  6. Ich finde man sollte sich ganz unbedingt mit dem Schaffen von Douglas Adams ausseinander gesetzt haben. Nicht nur wegen der popkulturellen Bedeutung des Hitchhiker’s Guide To The Galaxy, sondern gleichermaßen wegen der philosophischen Analogien auf die menschliche Gesellschaft und deren Gesetzmäßigkeiten und Normen. Dass die Werke dazu noch wahnsinnig komisch und hervoragend leicht geschrieben sind macht es in diesem Sinne fast einzigartig. Adams ermöglicht dadurch einen vielfachen Zugang zur Geschichte und deren Bedeutung. Die Bücher funktionieren sowohl auf einer oberflächlichen Ebene als reines Entertainment und gleichermaßen darunter als eine Anhäufung fantastischer Aphorismen. Prinzipiell ein lyrischer Duktus den er mit Oscar Wilde teilt, wobei sich hier aber Notwendigkeiten und schriftstellerischer Stil gegenüber stehen.

    Den Film fande ich übrigens auch höchst fantastisch. Die Besetzung mit Martin Freeman und Mos Def war ein geniestreich und obgleich die Story massiv von der der Bücher abweicht, war das von Adams so gewollt. Er war der Auffassung, dass man den Stoff auf diesem Medium nicht gleich behandeln sollte und hat das Drehbuch selbst für die Leinwand umgeschrieben.

    Meiner Meinung hat Adams in dieser Form nie genügend Beachtung gefunden, maßgeblich weil er für seriöse Literatur nie prätentiös genug war, was eigentlich ein positives Merkmal sein sollte.

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    • Vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar! Wie man in den Kommentaren beobachten kann, sehen viele Menschen Adams ähnlich wie Du, andere wieder finden ihn zwar unterhaltsam, viel mehr aber auch nicht.
      Du bist allerdings der Erste, der den Film mag 🙂
      Ich denke, jeder hat seine Vorlieben, und ich kann verstehen, dass Du ihn so toll findest… auch wenn ich mich Deiner Meinung nicht unbedingt anschließen kann 🙂

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  7. Douglas Adams hat übrigens früher auch für Doctor Who geschrieben – also für die „alte“ Serie. Der dritte Band der „Hitchhiker“ Reihe (aka the longest trilogy in the history of science fiction) war eigentlich als Doctor Who Skript gedacht. Der Humor ist schon sehr ähnlich!

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  8. Pingback: Wurminfo | studentscribbling

  9. Dafür das Doctor Who im deutschen Free-TV abgesetzt wurde, bin ich immer wieder erstaunt wieviele Leute es in Deutschland doch gerne sehen 🙂 Der Doctor ist aber auch fantastisch.

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