Literarischer Sommer: Gerbrand Bakker im Aachener Ludwigforum

Um 1. Juli war es soweit: der Literarische Sommer 2018 wurde eröffnet. Die erste Veranstaltung fand im Aachener Ludwig Forum statt, geladen war Gerbrand Bakker. Und so kamen so einige Menschen zusammen, um seine Lesung zu erleben.

Nach den Eröffnungsworten der Veranstalter ging es also los mit einem Gespräch zwischen Bakker und Dr. Alwin Müller-Jerina. Gerbrand Bakker liest nicht so gerne vor, lieber erzählt er. Also erzählte er von seinen bisherigen Büchern, seinem Leben in der Eifel und den Reaktionen vor allem auf „Jasper und sein Knecht„.

Oft wird „Oben ist es still“ für sein erstes Buch gehalten, da er damit seinen Durchbruch geschafft hat. Doch tatsächlich begann er mit einem Jugendbuch, „Birnbäume blühen weiß“. Auf die Frage, ob er sich vorstellen könne, noch einmal ein Jugendbuch zu schreiben, verneinte er, da man sich da in eine ganz andere Gefühlswelt versetzen müsse, und das habe er nicht vor.

Als Dr. Müller-Jerina über „Oben ist es still“ sagte, es sei in 20 Länder verkauft worden, unterbrach er ganz schnell und korrigierte: „30!“ Die ersten Lacher waren auf seiner Seite.

Das Gespräch bewegte sich zu Jasper, und Bakker begann, aus seinem Leben in der Eifel zu erzählen. Ob ihm das nicht etwas langweilig sei manchmal, in Amsterdam habe man alles vor der Tür, in der Eifel sei es doch ruhiger. Bakker meinte, natürlich sei es in Amsterdam schön, dass man in kurzer Zeit z.B. im Kino sein könne, aber in der Eifel könne man ganz andere Sachen erleben. Da könne man zum Beispiel auf das 90-jährige Bestehen der Feuerwehr gehen, am frühen Nachmittag sein erstes Bier trinken und am Abend nach Hause kommen und sich wundern, dass man noch gerade stehen kann. So haben beide Orte ihre Vorteile.

In die Eifel sei er gezogen, nachdem er dort Freunde besucht habe, und vor allem, weil seine Brüder ihm davon abgeraten hatten. Von Vorteil sei natürlich auch das schnellste Internet, das sein 7-Häuser-Dorf habe, im Gegensatz zu den umliegenden Orten. Das sei auf einer Versammlung diskutiert worden, aber er und seine Nachbarn hätten nur zurückgelehnt da gesessen und den Menschen mit dem langsamen Internet zugehört.

Eine Anekdote folgte der anderen, er erzählte von den Menschen und den Vögeln, die er in seinem Garten beobachtet. Auf die Frage, ob Jasper ein „wahres“ Buch sei, antwortete er, ja, das sei es. Aber dadurch, dass man nicht hundertprozentig alles aufschreiben kann, wird es auch zu einem Werk der Fiktion. Er meinte, die Reaktionen auf „Jasper“ seien nicht nur positiv gewesen, manche Menschen hätten sich „verkauft“ gefühlt, da sie etwas anderes erwartet hätten. Und ja, „Jasper“ sei ein sehr persönliches Buch, aber wir seien schließlich alle Menschen, da müsse man sich nicht schämen. Durch die Veröffentlichung habe er Abstand gewonnen, da das Werk nun von ihm losgelöst in den Buchläden stehe.

Bevor er zum Schluss dann doch noch ein Stück aus „Jasper und sein Knecht“ vorlas, kam er auf seine Begeisterung für J.J. Voskuils Büro-Zyklus zu sprechen, und als nur eine Handvoll Menschen auf seine Frage, wer diesen gelesen habe, aufzeigte, legte er allen dringend ans Herz, ihn zu lesen. Voskuil schreibe auf, was er weiß, und er versuche das genau so zu tun. Dann las er die Episode seines Besuchs bei der Königin vor, und ich denke, er hat an diesem Abend nicht nur neugierig auf sein Buch gemacht, sondern auch einige weitere Fans gewonnen.

Denn es war ein gelungener Abend, ein lockerer Streifzug durch das Leben eines Schriftstellers, den ich sehr genossen habe. Solltet Ihr die Möglichkeit haben, Gerbrand Bakker lesen zu hören: bitte, geht hin, es wird auch Euch Freude bereiten! Ich bin sehr froh, dabei gewesen zu sein, und nun meine Widmung in einem meiner persönlichen Lieblingsbücher zu haben!

(Leider dürfte ich keine Fotos machen, deswegen zeige ich Euch „nur“ meine Widmung. Und ich habe aus dem Gedächtnis einiges aus der Lesung erzählt, nicht wortwörtlich, nicht alles.)

Ich danke dem Team vom Literarischen Sommer für die freundliche Zusammenarbeit!

Dieser Artikel gehört auch zu meinem nederlandstalig!-Projekt.

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6 Gedanken zu „Literarischer Sommer: Gerbrand Bakker im Aachener Ludwigforum

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