Bernhard Blöchl – Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint

Wenn im Leben mal viel los ist, was den Kopf nicht so ganz in Ruhe lässt, ist es manchmal etwas schwierig mit sperriger Lektüre. Dann kann eines dieser Feel-Good-Bücher helfen, eine Story, die mit Irrungen und Wirrungen spielt, bei der man aber doch immer weiß, wohin sie führen wird, ein Pendant zu einer RomCom.

Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint ist eines dieser Bücher. Die Story handelt von Knoppke, einem Mann in seinen Vierzigern, der sich und sein Leben aufgegeben hat. Er arbeitet bei einer Security-Firma, was bedeutet, dass er Fußballspiele mit dem Rücken sieht. Seine Freundin sieht er auf dem Rücken liegen, aber unter jemand anderem. Und da platzt ihm der Kragen. Er setzt sich in seinen Fast-Bulli, lässt sein Fast-Leben hinter sich und fährt los. Sein Ziel: die Highlands, wo er auf Ruhe hofft.

Er ist noch nicht weit gekommen, als sich Sam, Anfang zwanzig, von ihm absolut ungewollt zu ihm gesellt. Doch alles Sträuben nützt Knoppke nichts, Sam ist da und bleibt. Und so machen sich die beiden auf den Weg, Richtung Schottland. Und eine Geschichte mit buchstäblich vielen Höhen und Tiefen nimmt ihren Lauf. Ob der knorrige Knoppke und die lebenslustige Sam sich am Ende zusammenraufen und welche Erkenntnisse auf ihrem Weg auf die beiden warten, das mag jeder für sich herausfinden.

Als ich bei Birgit von Sätze&Schätze von diesem Roman las, dachte ich mir schon, dass er was für mich sein könnte, wenn ich meine Gedanken nicht ganz so fokussiert bekomme. Ein Unterhaltungsroman, ein Road Movie, jemand, der nach Antworten sucht? Aber bitte, her damit!

Und ich bin gut unterhalten worden. Es waren vielleicht einige Hin- und Hers zu viel, und auch die Sprache war nicht ganz meine Kragenweite in dem Sinne, dass es manchmal vielleicht etwas zu ausschweifend für mich persönlich war – aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, abschalten zu können, in einen Roman einzutauchen, der einen schmunzeln lässt und vielleicht sogar das ein oder andere Mal zum Nachdenken anregt. Das ist Bernhard Blöchl hier gelungen. Und manchmal ist das ja auch genau richtig bzw. das, was man gerade braucht. Wer also etwas gute Unterhaltung braucht, ist hier an der richtigen Adresse.

Bernhard Blöchl: Im Regen erwartet niemand, dass dir die Sonne aus dem Hintern scheint. Piper Verlag GmbH, München/Berlin 2017. 272 Seiten.

Ich danke dem Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar.

Bild: Alexandra Pilz via piper.de

Bernhard Blöchl, Jahrgang 1976, ist Autor und Journalist aus München. Als Redakteur der Süddeutschen Zeitung befasst er sich mit Kultur in München und Bayern, seine Themen sind Film, Literatur und Pop- Blöchl schreibt Unterhaltungsromane und betreibt unter lieblingssaetze.de ein virtuelles Museum der schönen Sätze. (Klappentext)

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Zadie Smith – Swing Time

„Der eigentliche Text war nur ein einziger Satz: Jetzt weiß endlich jeder, wer du wirklich bist. Eine Nachricht, wie man sie von einer gehässigen Siebenjährigen mit einer klaren Vorstellung von Gerechtigkeit bekommt. Und wenn man einmal ausblendet, wie viel Zeit dazwischen lag, dann war es ja auch genau das.“ (15)

Die namenlose Protagonistin ist in ihren Dreißigern, als sie sich in einer Londoner Wohnung wiederfindet, ohne Job, ohne Aussichten, ohne zu verstehen, was mit ihr geschehen ist. Und so rekapituliert sie ihre Lebensgeschichte, fängt klein an, bei dem Tag, als sie Tracey zum ersten Mal traf, auf dem Weg zu ihrer ersten Ballettstunde. Beide Mädchen verbindet ihre Hautfarbe, die sie wie ein unsichtbares Band aneinanderknüpft. Sie wachsen in einer Londoner Sozialsiedlung auf, Traceys Mutter alleinerziehend, die Eltern der Erzählerin zwar zusammen, die Mutter aber mit Ambitionen, die den Horizont des Vaters bald übersteigen sollen.

Ihre Mutter hält nichts von Traceys Mutter und somit auch nichts von Tracey, sie missbilligt die Freundschaft der beiden, was die Erzählerin jedoch nur näher zu ihr treibt. Beide lieben sie den Tanz, schauen stundenlang Videos von Tanzfilmen, Tanzaufnahmen, Musicals, doch nur Tracey hat Talent. Dieses wird vehement von ihrer Mutter gefördert, und irgendwann trennen sich die Wege der beiden Mädchen, Tracey geht an eine Tanzschule, die Erzählerin in eine Einsamkeit hinein, in der sie nicht weiß, was sie mit sich anfangen soll.

Obwohl sie sich fängt, studiert und einen Job findet, geht sie doch immer den Weg des geringsten Widerstandes, immer auf der Suche nach sich selbst oder nach etwas. Bis sie eines Tages Aimée trifft, eine berühmte Sängerin, die Gefallen an ihr findet und sie zu ihrer persönlichen Assistentin macht. Von nun an wird sie vollkommen vereinnahmt von dieser Naturgewalt von Person, sie wird zu einer Verlängerung, zu einem ausführenden Organ.

Aimée kreist um sich selbst, hat jeden Tag eine Million Ideen, und die Protagonistin soll diese dann umsetzen. So kommt Aimée auf die Idee, in einem afrikanischen Dorf eine Mädchenschule zu gründen, und die Erzählerin soll dort alles vorbereiten. Nun in eine für sie vollkommen neue Welt versetzt, beginnt sie, sich zu verändern, sie stellt Fragen, über sich, über Aimée und ihre Allmacht, über ihre Hautfarbe, über ihre Stellung als Frau, als farbige Frau in der Welt. Wohin dies führt, liest man direkt zu Anfang der Geschichte, und doch entpuppt sich nach und nach eine Entwicklung, die man so nicht voraussieht.

Die beiden Mädchen, obwohl lange getrennt und nicht mehr in der jeweils anderen Leben, verlieren sich doch nie ganz aus den Augen. Auch, als sie zwei so grundverschiedene Leben führen, führt das Band, das sie aneinander bindet, sie immer wieder zusammen, ihr Schicksal scheint sie dafür bestimmt zu haben, dass sie einander brauchen.

Zadie Smith arbeitet in Swing Time eine ganze Reihe an Themen und Fragestellungen ab, von Hautfarbe, Armut und Reichtum, Politik zu Moral und den Fragen nach Richtig und Falsch ist alles vertreten. Und das ist auch auf 627 Seiten eine ganze Menge, manchmal vielleicht schon ein wenig viel. Ich wusste an einigen Stellen nicht so ganz, worauf sie hinaus wollte, oder ob weniger nicht vielleicht mehr gewesen wäre. Dann gab es Stellen, die mir ein wenig gewollt erschienen, da hätte ich darauf gehofft, dass dem Leser mehr zugetraut würde.

Nachdem ich mit Von der Schönheit schon meine kleinen Schwierigkeiten hatte, ist das hier leider nicht anders. Zadie Smith lässt mich wieder etwas ratlos zurück. Die Geschichte war eindrücklich, wenn auch etwas überladen, und in ihren Rückblicken so konstruiert, dass man nicht absehen kann, was geschehen wird, was die Entwicklung der Protagonistin nachvollziehbar und tatsächlich auch spannend macht. Ich brauche auch keine sympathische Erzählerin, um ein Buch gut zu finden. Ich kann es nicht genau benennen, ich denke, dass der manchmal etwas geschwungene Holzhammer mich davon abhält, der Geschichte alle Punkte zu geben.

Photo: lithub.com

 

Dennoch habe ich den Roman genossen und so einiges als Denkansatz genommen, was mich immer noch nicht ganz loslässt. Somit empfehle ich Swing Time als einen klugen Roman mit einer interessanten Perspektive, der vieles mitbringt, manches aber vielleicht nicht ganz durchhält. Aber machen Sie sich selbst ein Bild, es lohnt sich auf jeden Fall!

Zadie Smith: Swing Time. Aus dem Englischen von Tanja Handels. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2017. OA: Swing Time. 2016. 627 Seiten.

Ich danke Kiepenheuer&Witsch für das Rezensionsexemplar.

Buch #71: Muriel Spark – Die Blütezeit der Miss Jean Brodie

„Gebt mir ein Mädchen im beeinflußbaren Alter, und es ist mein fürs Leben.“ (S.13)

Miss Jean Brodie tritt in die „Blütezeit ihres Lebens“ ein, als sie Lehrerin von Sandy, Jenny, Rose, Mary, Monica und Eunice wird, die zu diesem Zeitpunkt zehn Jahre alt sind. In den späten 20er und frühen 30er Jahren des letzten Jahrhunderts ist sie eine der vielen englischen Frauen, die aufgrund des Ersten Weltkriegs keinen Mann haben und sich einen anderen Sinn im Leben suchen mussten, als eine Familie zu gründen. Miss Brodie wurde Lehrerin.

Sie interessiert sich für fast alles, und ihr Unterricht ist den anderen Lehrern ein Dorn im Auge, da sie nichts auf den Lehrplan gibt, sondern die Mädchen zur crème de la crème formen will, gebildete junge Damen, die Einfluss haben. Und so erzählt sie ihnen von den Dingen, die in der Welt passieren, auch wenn es nicht das ist, was die Mädchen eigentlich lernen sollen.

Doch auch ihr persönliches Leben wird von ihr vor den Mädchen ausgebreitet. Als sie jung sind, sehen diese in Miss Brodie eine schöne, tragische Heldin, eben so, wie Miss Brodie sich inszeniert. Sie verzichtet großmütig und tragisch auf ihre verheiratete große Liebe, um dann großzügig und tragisch für einen Mann zu sorgen, der sie nicht interessiert. All dies erzählt sie großartig und tragisch „ihren“ Mädchen, ebenso wie die großangelegte und tragische Verschwörung gegen ihre Person, die sie im Endeffekt ihren Job kosten soll.

Dies ist kein Spoiler, denn der Roman ist in einer nicht chronologischen Technik erzählt, die Vor- und Rückblenden vornimmt. Er wurde erstmals im The New Yorker veröffentlicht, was Muriel Spark eine breite öffentliche Aufmerksamkeit verschuf. Er ist Sparks bekanntestes Werk und wurde mit Maggie Smith verfilmt, die dafür einen Oscar erhielt (ich muss diese Verfilmung unbedingt sehen!).Tatsächlich war er der Grundstein für Sparks Karriere.

Der Roman ist nicht ganz einfach einzuordnen. Sparks Sprache ist sehr einfach und nüchtern, sie verwendet kein Wort zu viel. Dies und die nicht chronologische Handlung führen dazu, dass man beim Lesen ein Puzzle zusammensetzt, dessen Teile jedoch klar an ihre Plätze zu legen sind. Auch die Charakterisierung der einzelnen Personen ist recht schablonenhaft – Sandys „kleine Augen“ gingen mir nach der Hälfte doch sehr auf die Nerven – ja, sie hat kleine Augen, das braucht man nicht jedesmal dazuzuschreiben. Und ja, Mary ist nicht der hellste Stern am Firmament, we get it. Natürlich stehen sowohl die kleinen Augen als auch die Einfalt für etwas, aber etwas weniger penetranter Holzhammer hätte es für mich sein dürfen.

Die schillernde Hauptperson ist Miss Brodie, deren Facetten mit und mit auftauchen, und irgendwann versteht man Sandys Verhalten besser. Jede weitere Facette ließ mich doch die Nase krausziehen und überlegen, dass ich dieser Person wohl längst den Rücken zugekehrt hätte. Aber wir haben es mit jungen Mädchen zu tun, die sich in der wichtigsten Zeit ihrer Entwicklung befinden. Aufgrund der Bevorzugung durch Miss Brodie erleben sie Ablehnung durch den Rest der Welt, was sie zu einer Gruppe zusammenschweißt, aus der es schwierig ist, sich zu befreien.

Zu keiner Zeit habe ich Miss Brodie – und auch keines der Mädchen – als Sympathieträger empfunden, dort, wo ihre Charakterisierung über mehr als eine Schablone hinausging, kam nie viel Positives zustande. Und so lege ich diesen kurzen Roman mit gemischten Gefühlen weg – ich mochte ihn nicht, er hat mir nicht viel Freude bereitet, und doch: Ich denke, dass er mich noch eine Zeit lang beschäftigen wird, und ist es dies nicht am Ende, was gute Literatur ausmacht?!

Muriel Spark: Die Blütezeit der Miss Jean Brodie. Aus dem Englischen von Peter Naujack. Diogenes Verlag AG Zürich,1983. OA: The Prime of Miss Jean Brodie. Macmillan Publishers Ltd., London, 1961. 231 Seiten.

Bild: literaryramblings.com

Dame Muriel Spark wurde am 1. Februar 1918 in Edinburgh als Muriel Sarah Camberg geboren. Sie gilt als eine der bedeutendsten britischen Schriftstellerinnen. 1961 erschien ihr Roman Die Blütezeit der Miss Jean Brodie, der zu einem Klassiker der englischsprachigen Literatur im Jahrhundert wurde. Sie starb am 13. April 2006 in Florenz. Sehr ausführlich kann man ihren Lebenslauf hier nachlesen.

Buch #70: Zora Neale Hurston – Und ihre Augen schauten Gott

„Tja, so war dat alles gewesen, Pheoby, genau so, wie ich dir dat erzählt hab. Jetz bin ich also wieder zu Hause, un ich bin froh, dat ich hier bin. Ich bin bis nachen Horizont un wieder zurück, un jetz kann ich beruhigt hier in mein Haus leben un mich an meine eigne Erfahrungen halten.“ (273/274)

Dies sagt Janie Crawford zu ihrer Freundin Pheoby, als sie nach eineinhalb Jahren nach Hause zurück kommt und ihrer Freundin über diese Zeit Bericht erstattet hat. Doch nicht nur von dieser Zeit erzählt sie, sie berichtet von ihrem ganzen Leben und wie sie an dem Punkt angelangt ist, an dem sie sich jetzt befindet.

Ihre Großmutter, die sie aufgezogen hat, erlebte noch die Sklaverei. Sie wollte ihre Enkelin sicher verheiratet und versorgt wissen, weswegen Janie mit sechzehn Logan Killicks heiratet, einen wesentlich älteren Mann, der eine eigene Farm besitzt und Janie ehrlich mag, aber nicht in der Lage ist, ihr dies zu zeigen. Janie ist unglücklich in dieser arrangierten Ehe, hat sie doch immer gehofft, dass die Liebe sich einstellen würde, wenn sie verheiratet sei, und sie muss einsehen, dass eine Ehe nicht automatisch Liebe mit sich bringt.

Dann trifft sie eines Tages an ihrem Gartenzaun Joe Starks, der nach Eatonville will, eine Stadt, die von Schwarzen gegründet wurde und in der nur Schwarze leben. Sie treffen sich regelmäßig, Joe Starks ist von ihrer Anmut und ihrem besonderen Haar hingerissen, und er bietet ihr an, sie mitzunehmen und sie zu heiraten. Janie hofft, in Joe endlich die Liebe ihres Lebens zu finden, ebenso wie ein aufregenderes Leben als ihr die Farm jemals hätte bringen können, und so willigt sie ein.

Sie treffen als Ehepaar in Eatonville ein, und da sich niemand um die Belange der Stadt zu kümmern scheint, macht Joe sich zum Bürgermeister und leitet die Angelegenheiten fortan, ebenso wie seinen eigenen Laden, den jedoch mehr Janie führt. Und so wird Janie zur angesehensten Frau vor Ort, doch Joe ist eifersüchtig, und so muss sie ihr Haar verstecken und darf nicht mit den anderen reden. Sie leben sich auseinander, bis Joe eines Tages stirbt.

Janie, nun eine reiche Witwe, weiß nicht so recht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll, ihre Träume hat sie begraben, und, obschon man ihr ihr Alter nicht ansieht, ist sie keine junge Frau mehr, der die Welt offensteht. Doch dann kommt eines Tages Tea Cake in ihren Laden, ein wesentlich jüngerer Mann, der von Janie hingerissen ist und sie fortan umwirbt. Sie hat mit den Konventionen zu kämpfen, dem Gerede, den schiefen Blicken. Doch Tea Cake gibt ihr etwas, das keiner vor ihm ihr geben konnte, und so trifft Janie eine Entscheidung…

Ich weiß, die ganzen Tagediebe un Maulhelden drüben auf der Veranda, die wern fast platzen vor Neugier, datse endlich rauskriegen, von wat wir zwei beide am Reden warn. Soll mir recht sein, Pheoby, kannsdse ruich alles erzähln. Die wern sich wundern, weil meine Liebe nich so funktioniert hat wie ihre Liebe, wennse überhaupt welche erlebt ham. Dann muß duse erzähln, dat Liebe eem nich wien Mühlstein is, war rundrum gleich is un mit alles, wat er berührt, dat gleiche macht. Liebe is wie die See. Immer in Bewegung, un trotz alledem krichtse ihr Form von der Küste, wo se drauf trifft, bei jeder Küste wieder ne andre.“ (274)

Der Buchumschlag sagt, „Zora Neale Hurston erzählt […] in der Sprache der Veranda, in den dunklen Vokalen des Südens. Die Übersetzerin Barbara Henninges hat eine Sprache erfunden, die die Synkopen und Blue-notes des Slangs im Deutschen zum Klingen bringt“. Die Dialoge sind in diesem „Slang“ verfasst, in den man sich, wenn man sich erst einmal eingelesen hat, ein wenig verliebt, der Singsang entwickelt einen eigenen Sog und eine Intensität, die nicht so schnell loslässt. Die Textpassagen sind in „normalem Englisch“ verfasst, aber ich kann mir vorstellen, dass es nicht so leicht ist, diesen Roman im Original zu lesen und denke, die Übersetzerin hat hier einen außergewöhnlichen Job gemacht.

Aber lesen sollte man Und ihre Augen schauten Gott, von dem Alice Walker sagte: „Es gibt kein wichtigeres Buch für mich.“, auf jeden Fall. Dies ist eine Geschichte einer außergewöhnlichen Emanzipation, von der ich nicht gedacht hätte, dass sie in diesen Umständen überhaupt möglich sei. Die Sklaverei ist vorbei, doch ist Janie eine junge schwarze Frau in den zwanziger, dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Es bilden sich „schwarze Städte“, doch viele Menschen bleiben nach wie vor Wanderarbeiter. Jedoch geht von dem Roman insgesamt eine positive Aufbruchsstimmung aus, und die Wanderarbeiter wissen sich ihr Leben – unter den Umständen – doch gut zu gestalten.

Der Roman entstand 1937 und ist ein Klassiker der schwarzen Literatur Amerikas. Ich kann ihn unbedingt empfehlen, denn nicht nur die Geschichte, die erzählte wie auch die der Umstände, ist es wert, erlesen zu werden, auch sprachlich ist er sehr außergewöhnlich, etwas, das man nicht alle Tage findet.

Zora Neale Hurston: Und ihre Augen schauten Gott. Aus dem Amerikanischen übersetzt und mit einem Glossar versehen von Barbara Henninges. Ammann Verlag AG, Zürich, 1993. OA: Their Eyes Were Watching God. J.B.Lippincott, Inc., Philadelphia 1937.

Zora Neale Hurston, Fotograf Carl van Vechten, 3. April 1938. Foto: wikipedia.de

Zora Neale Hurston wurde am 7. Januar 1891 in Alabama geboren. Sie wuchs in Eatonville, Florida, auf. Sie besuchte die Howard University in Washington, D.C. und lernte die Schriftsteller der Harlem Renaissance kennen, zu der auch sie gezählt wird. Ab 1927 sammelte sie in den Südstaaten Folklore, Geschichten, Lieder, Tänze und Gebete der schwarzen Bevölkerung, die sie vorstellte und verarbeitete. Sie gehörte in den 1930er Jahren zu den wichtigsten Autoren der afroamerikanischen Literatur. In den 50er Jahren war ihr Ruhm jedoch verblasst, sie starb in Armut an einem Herzleiden am 28. Januar 1960 in Fort Pierce, Florida.

1973 spürte Alice Walker das Grab von Hurston auf und begann mit dem Artikel „In Search of Zora Neale Hurston“ die Wiederentdeckung von Werk und Person.

Paul Auster – 4 3 2 1

Viel wurde schon über diesen Roman geschrieben, aber auch ich muss mein Loblied loswerden über diesen Roman.

Alles beginnt mit dem Zusammenfinden von Rose Adler und Stanley Ferguson, das in der Zeugung von Archibald gipfelt, dem Helden des Romans. Ausgehend von Archies Geburt ändert Paul Auster den Lauf der Dinge und kreiert so vier verschiedene Lebensläufe, vier verschiedene Archies, die sich ab den 50er Jahren durch die Geschichte Amerikas kämpfen.

Archies Vater, Stanley, wird zunächst in eine sehr schwierige Situation gebracht, und aufgrund seiner Reaktionen darauf werden die Weichen für Archies weiteres Leben gestellt. Diese vier Möglichkeiten unterscheiden sich von Grund auf, und so werden die Leben sehr unterschiedlich verlaufen, auch wenn er im Grunde der gleiche Junge ist.

Archie ist ein aufgewecktes Kind, sportbegeistert, intelligent, mit einer ausgeprägten Liebe zu Literatur und Filmen. Doch die Umstände, in denen er aufwächst, werden diese Fähigkeiten beeinflussen, und sie verschieden stark in seinem Leben gewichten. Dies führt dazu, dass der Leser viele Einblicke in die Kultur Amerikas ab den 50er Jahren erhält, anhand von Archies Bildungswegen werden zum Beispiel Filmgeschichte und Archies Weg vom Liebhaber der Laurel-und-Hardy-Filme zum Filmkritiker verfolgt.

Ebenso verhält es sich mit der Literatur, wobei diese in allen vier Lebensläufen eine große Rolle spielt. Und so erhält der Leser mit Archies Bildung eine ganz eigene Bildung, aus den Leselebensläufen ergibt sich ein aus vielen Puzzleteilen zusammengesetztes großes Bild, über das zumindest diese Leserin sehr gerne verfügen würde, bzw. das zu erhalten sie in Angriff nehmen wird.

Keiner der Archies wird jedoch vom Verlauf der Geschichte verschont bleiben, und diese wiederum wird im Laufe der Zeit ebenfalls großen Einfluss auf die Wege der Archies nehmen. Und so vermittelt Auster nicht nur Literatur und Film, sondern auch Zeitgeschichte, vor allem des Amerika der 60er Jahre, die sehr prägend für den Helden sein werden. Er muss sich mit dem Vietnam-Krieg auseinandersetzen, der Bedrohung, eingezogen zu werden, die ständig wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der jungen Männer hing, den Rassenunruhen, den Studentenunruhen. Ich habe viel darüber gelernt, und auch hier weitere Puzzlestücke zu meinem Bild hinzugewonnen. (Kurze Bemerkung am Rande: Man kann auch viel darüber in Jeffrey Eugenides‘ Middlesex erfahren, der Bilder schafft, die mir bis heute im Kopf geblieben sind, ebenso wie die von Auster hier es tun werden).

4 3 2 1 ist ein gewaltiger Schinken von 1259 Seiten, aber für mich hätten es nochmal so viele sein dürfen. Auster erschafft ein gewaltiges Bild vom Amerika der 50er und 60er Jahre, und was es bedeutete, jung zu sein und künstlerisch veranlagt, oder wie es war, in bestimmten Kreisen zu verkehren oder diese Zeit gar nicht in den USA zu verbringen und alles aus der Distanz zu beobachten.

Natürlich haben alle Archies damit zu kämpfen, ihren Weg zu finden, was durch die Umstände begünstigt oder erschwert wird, in denen jeder einzelne lebt. Aber jeder entwickelt sich nachvollziehbar zu dem, was in ihm veranlagt ist, auch wenn der Weg manchmal sehr hart ist und um Ecken und über steinige Passagen führt. Ich habe manchmal überlegt, ob ich eine der Geschichten bevorzuge, aber ich kann entschieden sagen, dass ich alle vier Versionen liebe, die sich vielleicht aber auch ergänzen und so einen einzigen sehr facettenreichen Archie ergeben.

Dieser Roman ist mit das Beste, was ich je in meinem Leben gelesen habe. Und ich weiß, dies kommt hier jetzt wie eine weitere dieser Lobhudeleien daher, aber das macht mir nichts, denn ich würde mich am liebsten sofort wieder hineinbegeben in Austers und Archies Welten, ich möchte noch einmal die Möglichkeit haben, alles kennenzulernen und die Entwicklungen zu verfolgen, mit zu Bangen und zu Hoffen. Und somit empfehle ich denjenigen, die Archie noch nicht kennen, dies so schnell wie möglich nachzuholen.

Man geht mit viel Wissen aus dieser Lektüre heraus, über Film, über Geschichte, und vor allem über Literatur. Die Begeisterung und tiefe Liebe für die Literatur, die Auster durch Archie vermittelt, hat mich überwältigt und tief ins Herz getroffen, und das werde ich Herrn Auster nie vergessen. Einige der von Archie gelesenen Werke liegen schon bereit, und 4 3 2 1 wird immer einen Ehrenplatz in meinem Regal und meinem Herzen behalten.

Paul Auster: 4 3 2 1. Aus dem Englischen von Thomas Gunkel, Werner Schmitz, Karsten Singelmann und Nikolaus Stingl. Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, 2017. Die OA erschien bei Henry Holt and Company, New York, 2017. 1259 Seiten.

Ich danke dem Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Paul Benjamin Auster wurde am 3 Februar 1947 in Newark, New Jersey, geboren. Viele Eckpunkte seines Lebens sind in diesem Roman verarbeitet. Bekanntheit erlangte Auster 1987 mit seiner New-York-Trilogie. Für viele der Autoren, die ihn beeinflusst haben, findet er auch in 4 3 2 1 Raum. Neben seiner Tätigkeit als Autor arbeitet er auch als Regisseur, Kritiker, Übersetzer und Herausgeber. Er ist in zweiter Ehe mit Siri Hustvedt verheiratet und lebt in Brooklyn.

Buch #69: James Baldwin – Giovannis Zimmer

In Giovannis Zimmer erzählt James Baldwin die Geschichte von David, einem jungen, weißen Amerikaner, der nach Paris geht, um sich selbst zu finden. Die Geschichte beginnt mit Davids Abschied aus einem Haus in Südfrankreich, seine Freundin Hella ist abgereist, er denkt über Giovanni nach. Und breitet in Retrospektive seine Geschichte vor dem Leser aus.

Er erzählt von seiner Kindheit und Jugend, von seinem Vater, der ihn nach dem Tod seiner Mutter aufzieht und starker Trinker ist und ihn nie verstand. Und von einem Erlebnis, das er mit einem seiner Freunde hatte, und das ihn so sehr verwirrte, dass er nie mehr davon sprach.

In Paris angekommen, geht Davids Geld schnell zur Neige, und so wendet er sich an einen älteren Freund um Hilfe. Dieser gewährt sie ihm und nimmt ihn mit in eine Kneipe, wohl hoffend, David sei unter dem Einfluss von Alkohol zu mehr bereit. Doch David begegnet Giovanni, dem neuen Barmann. Sie sehen sich an und beiden ist klar, was geschehen wird. Davids Freundin ist in Spanien, und so zieht er zu Giovanni, wo die beiden in einem Zimmer zusammen leben. Es ist eine Zeit voller Glück, für Giovanni jedoch mehr als für ihn. Und je mehr Giovanni an ihm hängt, umso mehr fragt David sich, was er tun soll.

Die Geschichte spielt in den (nehme ich an) 50er Jahren, und obwohl Homosexualität in Frankreich nicht unter Strafe stand, war es doch gesellschaftlich nicht akzeptiert. Ganz zu schweigen von den USA. Und so schwankt David, kann sich nicht für oder gegen seine Freundin entscheiden, kann sich nicht für oder gegen Giovanni entscheiden. Und er geht schließlich den vermeintlich leichteren Weg, der in einer Katastrophe endet…

Mit Giovannis Zimmer hat James Baldwin bei Erscheinen 1956 für großes Aufsehen gesorgt. Die Geschichte der Beziehung der beiden jungen Männer muss damals sehr die Gemüter erhitzt haben, und wenn auch keine explizite Sprache gebraucht wird, muss es einem Skandal gleichgekommen sein. Heute ist die Schockwirkung nicht mehr so groß, so dass die Geschichte der Hin- und Hergerissenheit Davids, dem Schwanken zwischen Mut und Feigheit, zwischen Selbstaufgabe oder Ächtung von großen Teilen der Gesellschaft, und der Suche nach dem vermeintlich leichteren oder richtigen Weg eine größere Bedeutung bekommen sollten.

Giovannis Zimmer ist ein Selbstfindungsroman, und David, der die Geschichte Revue passieren lässt, wird am Ende eine Entscheidung treffen. Ich kann mir vorstellen, dass der Roman im Laufe der Jahre viele Menschen berührt, ihnen geholfen, sie aber vielleicht auch mehr verwirrt hat. Ich habe noch nicht viele Romane dieser Art gelesen, aber ich kann mich in Davids Kampf hineinfühlen, und mit dem Wissen vom Hintergrund des Schriftstellers wird es noch einmal um einiges intensiver. Es ist ein Bildungsroman, und manchmal möchte man David feste schütteln und ihm eine Ohrfeige geben, aber unter den Umständen weiß man, dass man dazu kein Recht hat. Und so ist Giovannis Zimmer einer dieser Romane, die zu denken geben, und die noch lange nachhallen.

James Baldwin: Giovannis Zimmer. Aus dem Englischen von Axel Kaum und Hans-Heinrich Wellmann. Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg 1963.

James Baldwin. photo: de.wikipedia.org/wiki/James_Baldwin

Aufgrund des Umfangs von James Baldwins Biographie zitiere ich die Wikipedia:

James Baldwin (* 2. August 1924 in Harlem, New York City, New York, Vereinigte Staaten; + 1.Dezember 1987 in Seint-Paul de Vence, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich) war einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus bekannt wurde. Viele seiner Arbeiten behandeln Themen wie Rassimus und Sexualität. Seine Erzählungen sind berühmt für den persönlichen Stil, in dem Frangen der Identität von Schwarzen und Homosexuellen und damit verbundener sozialer und psychologischer Druck zur Sprache kommen, lange bevor die soziale, kulturelle oder politische Gleichstellung dieser Gruppen erkämpft wurde. Weiter geht es hier.

Buch #65: Charlotte Brontë – Jane Eyre

Meine lieben Leser,

ich verbrachte die letzten Wochen damit, der Geschichte eines jungen Mädchens bzw. einer jungen Frau zu folgen. Es handelt sich um die Autobiographie einer gewissen Jane Eyre, in der sie von ihrer Kindheit, Jugend und Zeit als junge Frau erzählt. Sie lebte in England, im 19. Jahrhundert, einer Zeit, in der Waisenkinder nicht viel Hoffnung auf eine gute Zukunft haben konnten, und in der die Konventionen so viel bedeuteten.jane-eyre

Ein Waisenkind, ja, Jane Eyre ist ein Waisenkind. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde sie ins Haus ihres Onkels geholt, der ihr sehr zugetan war. Aber nach dessen Tod wandte sich ihr Leben in eine üble Richtung. Sie wurde nur als lästiges Übel betrachtet, ihr Cousin und ihre Cousinen, ebenso wie ihre Tante, machten sie für alles verantwortlich, und der einzige Trost waren ihr die Bücher.

Eines Tages eskaliert die Situation, und Jane wird fortgeschickt, auf ein Internat, auf dem sie letztlich zur Gouvernante ausgebildet werden soll. Voller Hoffnung macht Jane sich auf den Weg, schlimmer als bei der Tante kann es ja wohl nicht werden… aber weh, das Internat ist ein kaltes Haus, geleitet von einem religiös obsessiven Mann, der nichts von warmer Kleidung und genug Nahrung hält.

Aber Jane gewinnt Freunde, und ihr Schicksal wendet sich ein wenig. Als sie alt genug ist, nimmt sie eine Stelle an: Sie wird Gouvernante im Hause von Mister Rochester, einem Adligen, dem das Leben bisher auch nicht die Sonnenseiten gezeigt hat. Sie verlieben sich ineinander… doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern. Es wird noch ein weiter Weg sein für Jane, und ob er sie jemals zu ihrem geliebten Mister Rochester führen wird, das sollte der Leser selbst herausfinden, und mit ihr gemeinsam die vielen Hindernisse angehen.

 

Als ich nach meiner Lektüre von Sturmhöhe die Diskussion verfolgte, die sich darum entspann, ob man lieber eben Sturmhöhe oder Jane Eyre mag, war ich schon sehr gespannt auf diese Lektüre. Und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde, auch wenn Jane Eyre doch um einiges umfangreicher ist.

Charlotte Brontë erzählt die Geschichte Janes aus deren Sicht, in Form einer Autobiographie. Sie reicht von Janes Kindheit bis zu ungefähr ihrem dreißigsten Lebensjahr, und erzählt ausführlich, was ihr alles widerfahren ist. Erwartet man aufgrund der Zeit, zu der der Roman verfasst wurde und in der er spielt, eine unbedarfte, naive, hilfsbedürftige, junge Frau in Jane Eyre, wird man schnell eines besseren belehrt. Keineswegs entspricht sie diesem Bild – sie geht erhobenen Hauptes durchs Leben und kämpft für ihr Recht. Und hat ihre ganz eigenen Gedanken und eine starke Meinung – Dinge, die von einer jungen Frau ihrer Zeit eher nicht erwartet wurden.

Sie setzt sich auch mit vielen Dingen auseinander, wichtig sind hier z.B. Klasse und soziale Stellung, exemplarisch an Jane, die der Unterschicht angehört, und Mister Rochester, einem Adligen. Wichtig ist auch die Religion, der Jane an mehreren Stellen begegnet und die sie immer wieder versucht, für sich zu vereinnahmen – auch hier kein einfacher Kampf für Jane. Aber am Wichtigsten ist doch die Selbstbestimmtheit, über die sie verfügt. Sie ist ein durchaus realistischer Mensch, nicht schön, nicht reizend und attraktiv, sondern dünn, unscheinbar, mit streng gescheiteltem Haar und anspruchslosen, aber ordentlichen Kleidern. Ihr Reiz beginnt, sobald sie den Mund aufmacht – Jane weiß, was sie kann, und ist oft ehrlich bis an die Schmerzgrenze, jedoch bringt ihr das den Respekt, den sie braucht, und ein Ansehen, das ihr Mut macht.

Ich kann mir vorstellen, dass das Buch bei Erscheinen ein kleiner Skandal war, das Porträt einer so selbstbewussten jungen Frau konnte nicht nach jedermanns Geschmack sein. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass Jane Eyre nun schon für viele Generationen von Frauen ein Vorbild war, dafür, was möglich ist, wenn man die Hoffnung nicht aufgibt und selbstbewusst ist.

In diesem Sinne stimme ich den meisten der Diskutanten darin zu, dass ich Jane Eyre der Sturmhöhe vorziehe, und rate denjenigen, die wie ich nicht vorher das Vergnügen hatten, unbedingt der Lektüre zu.

Charlotte Brontë: Jane Eyre. Aus dem Englischen neu übersetzt von Gottfried Röckelein. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1998. OA: Jane Eyre. An Autobiography. London 1847.654 Seiten.

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Bild: en.wikipedia.org

Charlotte Brontë wurde am 21. April 1816 in Thornton, Yorkshire, geboren. Sie begann schon im Kindesalter zu schreiben, ebenso wie ihre Geschwister Patrick, Emily Jane und Anne. Charlotte veröffentlichte hauptsächlich unter männlichen Pseudonymen, so erschien Jane Eyre unter dem Namen Currer Bell. Sie war selbst Lehrerin und Gouvernante, wollte eine Schule leiten, was mangels Schülern nicht umgesetzt wurde.1847 gelang ihr der literarische Durchbruch mit Jane Eyre. Nachdem sie zugab, den Roman verfasst zu haben, wurde sie in die literarischen Kreise in London eingeführt. 1854 heiratete sie Arthur Bell Nichols. Am Karsamstag, dem 31. März 1855, starb sie, vermutlich an Schwindsucht, in Haworth, Yorkshire. Ihr Fragment gebliebener Roman Emma erschien postum