Paul Auster – 4 3 2 1

Viel wurde schon über diesen Roman geschrieben, aber auch ich muss mein Loblied loswerden über diesen Roman.

Alles beginnt mit dem Zusammenfinden von Rose Adler und Stanley Ferguson, das in der Zeugung von Archibald gipfelt, dem Helden des Romans. Ausgehend von Archies Geburt ändert Paul Auster den Lauf der Dinge und kreiert so vier verschiedene Lebensläufe, vier verschiedene Archies, die sich ab den 50er Jahren durch die Geschichte Amerikas kämpfen.

Archies Vater, Stanley, wird zunächst in eine sehr schwierige Situation gebracht, und aufgrund seiner Reaktionen darauf werden die Weichen für Archies weiteres Leben gestellt. Diese vier Möglichkeiten unterscheiden sich von Grund auf, und so werden die Leben sehr unterschiedlich verlaufen, auch wenn er im Grunde der gleiche Junge ist.

Archie ist ein aufgewecktes Kind, sportbegeistert, intelligent, mit einer ausgeprägten Liebe zu Literatur und Filmen. Doch die Umstände, in denen er aufwächst, werden diese Fähigkeiten beeinflussen, und sie verschieden stark in seinem Leben gewichten. Dies führt dazu, dass der Leser viele Einblicke in die Kultur Amerikas ab den 50er Jahren erhält, anhand von Archies Bildungswegen werden zum Beispiel Filmgeschichte und Archies Weg vom Liebhaber der Laurel-und-Hardy-Filme zum Filmkritiker verfolgt.

Ebenso verhält es sich mit der Literatur, wobei diese in allen vier Lebensläufen eine große Rolle spielt. Und so erhält der Leser mit Archies Bildung eine ganz eigene Bildung, aus den Leselebensläufen ergibt sich ein aus vielen Puzzleteilen zusammengesetztes großes Bild, über das zumindest diese Leserin sehr gerne verfügen würde, bzw. das zu erhalten sie in Angriff nehmen wird.

Keiner der Archies wird jedoch vom Verlauf der Geschichte verschont bleiben, und diese wiederum wird im Laufe der Zeit ebenfalls großen Einfluss auf die Wege der Archies nehmen. Und so vermittelt Auster nicht nur Literatur und Film, sondern auch Zeitgeschichte, vor allem des Amerika der 60er Jahre, die sehr prägend für den Helden sein werden. Er muss sich mit dem Vietnam-Krieg auseinandersetzen, der Bedrohung, eingezogen zu werden, die ständig wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der jungen Männer hing, den Rassenunruhen, den Studentenunruhen. Ich habe viel darüber gelernt, und auch hier weitere Puzzlestücke zu meinem Bild hinzugewonnen. (Kurze Bemerkung am Rande: Man kann auch viel darüber in Jeffrey Eugenides‘ Middlesex erfahren, der Bilder schafft, die mir bis heute im Kopf geblieben sind, ebenso wie die von Auster hier es tun werden).

4 3 2 1 ist ein gewaltiger Schinken von 1259 Seiten, aber für mich hätten es nochmal so viele sein dürfen. Auster erschafft ein gewaltiges Bild vom Amerika der 50er und 60er Jahre, und was es bedeutete, jung zu sein und künstlerisch veranlagt, oder wie es war, in bestimmten Kreisen zu verkehren oder diese Zeit gar nicht in den USA zu verbringen und alles aus der Distanz zu beobachten.

Natürlich haben alle Archies damit zu kämpfen, ihren Weg zu finden, was durch die Umstände begünstigt oder erschwert wird, in denen jeder einzelne lebt. Aber jeder entwickelt sich nachvollziehbar zu dem, was in ihm veranlagt ist, auch wenn der Weg manchmal sehr hart ist und um Ecken und über steinige Passagen führt. Ich habe manchmal überlegt, ob ich eine der Geschichten bevorzuge, aber ich kann entschieden sagen, dass ich alle vier Versionen liebe, die sich vielleicht aber auch ergänzen und so einen einzigen sehr facettenreichen Archie ergeben.

Dieser Roman ist mit das Beste, was ich je in meinem Leben gelesen habe. Und ich weiß, dies kommt hier jetzt wie eine weitere dieser Lobhudeleien daher, aber das macht mir nichts, denn ich würde mich am liebsten sofort wieder hineinbegeben in Austers und Archies Welten, ich möchte noch einmal die Möglichkeit haben, alles kennenzulernen und die Entwicklungen zu verfolgen, mit zu Bangen und zu Hoffen. Und somit empfehle ich denjenigen, die Archie noch nicht kennen, dies so schnell wie möglich nachzuholen.

Man geht mit viel Wissen aus dieser Lektüre heraus, über Film, über Geschichte, und vor allem über Literatur. Die Begeisterung und tiefe Liebe für die Literatur, die Auster durch Archie vermittelt, hat mich überwältigt und tief ins Herz getroffen, und das werde ich Herrn Auster nie vergessen. Einige der von Archie gelesenen Werke liegen schon bereit, und 4 3 2 1 wird immer einen Ehrenplatz in meinem Regal und meinem Herzen behalten.

Paul Auster: 4 3 2 1. Aus dem Englischen von Thomas Gunkel, Werner Schmitz, Karsten Singelmann und Nikolaus Stingl. Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg, 2017. Die OA erschien bei Henry Holt and Company, New York, 2017. 1259 Seiten.

Ich danke dem Rowohlt Verlag für das Rezensionsexemplar.

Paul Benjamin Auster wurde am 3 Februar 1947 in Newark, New Jersey, geboren. Viele Eckpunkte seines Lebens sind in diesem Roman verarbeitet. Bekanntheit erlangte Auster 1987 mit seiner New-York-Trilogie. Für viele der Autoren, die ihn beeinflusst haben, findet er auch in 4 3 2 1 Raum. Neben seiner Tätigkeit als Autor arbeitet er auch als Regisseur, Kritiker, Übersetzer und Herausgeber. Er ist in zweiter Ehe mit Siri Hustvedt verheiratet und lebt in Brooklyn.

Buch #69: James Baldwin – Giovannis Zimmer

In Giovannis Zimmer erzählt James Baldwin die Geschichte von David, einem jungen, weißen Amerikaner, der nach Paris geht, um sich selbst zu finden. Die Geschichte beginnt mit Davids Abschied aus einem Haus in Südfrankreich, seine Freundin Hella ist abgereist, er denkt über Giovanni nach. Und breitet in Retrospektive seine Geschichte vor dem Leser aus.

Er erzählt von seiner Kindheit und Jugend, von seinem Vater, der ihn nach dem Tod seiner Mutter aufzieht und starker Trinker ist und ihn nie verstand. Und von einem Erlebnis, das er mit einem seiner Freunde hatte, und das ihn so sehr verwirrte, dass er nie mehr davon sprach.

In Paris angekommen, geht Davids Geld schnell zur Neige, und so wendet er sich an einen älteren Freund um Hilfe. Dieser gewährt sie ihm und nimmt ihn mit in eine Kneipe, wohl hoffend, David sei unter dem Einfluss von Alkohol zu mehr bereit. Doch David begegnet Giovanni, dem neuen Barmann. Sie sehen sich an und beiden ist klar, was geschehen wird. Davids Freundin ist in Spanien, und so zieht er zu Giovanni, wo die beiden in einem Zimmer zusammen leben. Es ist eine Zeit voller Glück, für Giovanni jedoch mehr als für ihn. Und je mehr Giovanni an ihm hängt, umso mehr fragt David sich, was er tun soll.

Die Geschichte spielt in den (nehme ich an) 50er Jahren, und obwohl Homosexualität in Frankreich nicht unter Strafe stand, war es doch gesellschaftlich nicht akzeptiert. Ganz zu schweigen von den USA. Und so schwankt David, kann sich nicht für oder gegen seine Freundin entscheiden, kann sich nicht für oder gegen Giovanni entscheiden. Und er geht schließlich den vermeintlich leichteren Weg, der in einer Katastrophe endet…

Mit Giovannis Zimmer hat James Baldwin bei Erscheinen 1956 für großes Aufsehen gesorgt. Die Geschichte der Beziehung der beiden jungen Männer muss damals sehr die Gemüter erhitzt haben, und wenn auch keine explizite Sprache gebraucht wird, muss es einem Skandal gleichgekommen sein. Heute ist die Schockwirkung nicht mehr so groß, so dass die Geschichte der Hin- und Hergerissenheit Davids, dem Schwanken zwischen Mut und Feigheit, zwischen Selbstaufgabe oder Ächtung von großen Teilen der Gesellschaft, und der Suche nach dem vermeintlich leichteren oder richtigen Weg eine größere Bedeutung bekommen sollten.

Giovannis Zimmer ist ein Selbstfindungsroman, und David, der die Geschichte Revue passieren lässt, wird am Ende eine Entscheidung treffen. Ich kann mir vorstellen, dass der Roman im Laufe der Jahre viele Menschen berührt, ihnen geholfen, sie aber vielleicht auch mehr verwirrt hat. Ich habe noch nicht viele Romane dieser Art gelesen, aber ich kann mich in Davids Kampf hineinfühlen, und mit dem Wissen vom Hintergrund des Schriftstellers wird es noch einmal um einiges intensiver. Es ist ein Bildungsroman, und manchmal möchte man David feste schütteln und ihm eine Ohrfeige geben, aber unter den Umständen weiß man, dass man dazu kein Recht hat. Und so ist Giovannis Zimmer einer dieser Romane, die zu denken geben, und die noch lange nachhallen.

James Baldwin: Giovannis Zimmer. Aus dem Englischen von Axel Kaum und Hans-Heinrich Wellmann. Rowohlt Verlag GmbH, Reinbek bei Hamburg 1963.

James Baldwin. photo: de.wikipedia.org/wiki/James_Baldwin

Aufgrund des Umfangs von James Baldwins Biographie zitiere ich die Wikipedia:

James Baldwin (* 2. August 1924 in Harlem, New York City, New York, Vereinigte Staaten; + 1.Dezember 1987 in Seint-Paul de Vence, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich) war einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der weit über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinaus bekannt wurde. Viele seiner Arbeiten behandeln Themen wie Rassimus und Sexualität. Seine Erzählungen sind berühmt für den persönlichen Stil, in dem Frangen der Identität von Schwarzen und Homosexuellen und damit verbundener sozialer und psychologischer Druck zur Sprache kommen, lange bevor die soziale, kulturelle oder politische Gleichstellung dieser Gruppen erkämpft wurde. Weiter geht es hier.

Buch #65: Charlotte Brontë – Jane Eyre

Meine lieben Leser,

ich verbrachte die letzten Wochen damit, der Geschichte eines jungen Mädchens bzw. einer jungen Frau zu folgen. Es handelt sich um die Autobiographie einer gewissen Jane Eyre, in der sie von ihrer Kindheit, Jugend und Zeit als junge Frau erzählt. Sie lebte in England, im 19. Jahrhundert, einer Zeit, in der Waisenkinder nicht viel Hoffnung auf eine gute Zukunft haben konnten, und in der die Konventionen so viel bedeuteten.jane-eyre

Ein Waisenkind, ja, Jane Eyre ist ein Waisenkind. Nach dem Tod ihrer Eltern wurde sie ins Haus ihres Onkels geholt, der ihr sehr zugetan war. Aber nach dessen Tod wandte sich ihr Leben in eine üble Richtung. Sie wurde nur als lästiges Übel betrachtet, ihr Cousin und ihre Cousinen, ebenso wie ihre Tante, machten sie für alles verantwortlich, und der einzige Trost waren ihr die Bücher.

Eines Tages eskaliert die Situation, und Jane wird fortgeschickt, auf ein Internat, auf dem sie letztlich zur Gouvernante ausgebildet werden soll. Voller Hoffnung macht Jane sich auf den Weg, schlimmer als bei der Tante kann es ja wohl nicht werden… aber weh, das Internat ist ein kaltes Haus, geleitet von einem religiös obsessiven Mann, der nichts von warmer Kleidung und genug Nahrung hält.

Aber Jane gewinnt Freunde, und ihr Schicksal wendet sich ein wenig. Als sie alt genug ist, nimmt sie eine Stelle an: Sie wird Gouvernante im Hause von Mister Rochester, einem Adligen, dem das Leben bisher auch nicht die Sonnenseiten gezeigt hat. Sie verlieben sich ineinander… doch diese Liebe steht unter keinem guten Stern. Es wird noch ein weiter Weg sein für Jane, und ob er sie jemals zu ihrem geliebten Mister Rochester führen wird, das sollte der Leser selbst herausfinden, und mit ihr gemeinsam die vielen Hindernisse angehen.

 

Als ich nach meiner Lektüre von Sturmhöhe die Diskussion verfolgte, die sich darum entspann, ob man lieber eben Sturmhöhe oder Jane Eyre mag, war ich schon sehr gespannt auf diese Lektüre. Und ich muss sagen, dass ich nicht enttäuscht wurde, auch wenn Jane Eyre doch um einiges umfangreicher ist.

Charlotte Brontë erzählt die Geschichte Janes aus deren Sicht, in Form einer Autobiographie. Sie reicht von Janes Kindheit bis zu ungefähr ihrem dreißigsten Lebensjahr, und erzählt ausführlich, was ihr alles widerfahren ist. Erwartet man aufgrund der Zeit, zu der der Roman verfasst wurde und in der er spielt, eine unbedarfte, naive, hilfsbedürftige, junge Frau in Jane Eyre, wird man schnell eines besseren belehrt. Keineswegs entspricht sie diesem Bild – sie geht erhobenen Hauptes durchs Leben und kämpft für ihr Recht. Und hat ihre ganz eigenen Gedanken und eine starke Meinung – Dinge, die von einer jungen Frau ihrer Zeit eher nicht erwartet wurden.

Sie setzt sich auch mit vielen Dingen auseinander, wichtig sind hier z.B. Klasse und soziale Stellung, exemplarisch an Jane, die der Unterschicht angehört, und Mister Rochester, einem Adligen. Wichtig ist auch die Religion, der Jane an mehreren Stellen begegnet und die sie immer wieder versucht, für sich zu vereinnahmen – auch hier kein einfacher Kampf für Jane. Aber am Wichtigsten ist doch die Selbstbestimmtheit, über die sie verfügt. Sie ist ein durchaus realistischer Mensch, nicht schön, nicht reizend und attraktiv, sondern dünn, unscheinbar, mit streng gescheiteltem Haar und anspruchslosen, aber ordentlichen Kleidern. Ihr Reiz beginnt, sobald sie den Mund aufmacht – Jane weiß, was sie kann, und ist oft ehrlich bis an die Schmerzgrenze, jedoch bringt ihr das den Respekt, den sie braucht, und ein Ansehen, das ihr Mut macht.

Ich kann mir vorstellen, dass das Buch bei Erscheinen ein kleiner Skandal war, das Porträt einer so selbstbewussten jungen Frau konnte nicht nach jedermanns Geschmack sein. Aber ich kann mir auch vorstellen, dass Jane Eyre nun schon für viele Generationen von Frauen ein Vorbild war, dafür, was möglich ist, wenn man die Hoffnung nicht aufgibt und selbstbewusst ist.

In diesem Sinne stimme ich den meisten der Diskutanten darin zu, dass ich Jane Eyre der Sturmhöhe vorziehe, und rate denjenigen, die wie ich nicht vorher das Vergnügen hatten, unbedingt der Lektüre zu.

Charlotte Brontë: Jane Eyre. Aus dem Englischen neu übersetzt von Gottfried Röckelein. Deutscher Taschenbuchverlag, München 1998. OA: Jane Eyre. An Autobiography. London 1847.654 Seiten.

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Bild: en.wikipedia.org

Charlotte Brontë wurde am 21. April 1816 in Thornton, Yorkshire, geboren. Sie begann schon im Kindesalter zu schreiben, ebenso wie ihre Geschwister Patrick, Emily Jane und Anne. Charlotte veröffentlichte hauptsächlich unter männlichen Pseudonymen, so erschien Jane Eyre unter dem Namen Currer Bell. Sie war selbst Lehrerin und Gouvernante, wollte eine Schule leiten, was mangels Schülern nicht umgesetzt wurde.1847 gelang ihr der literarische Durchbruch mit Jane Eyre. Nachdem sie zugab, den Roman verfasst zu haben, wurde sie in die literarischen Kreise in London eingeführt. 1854 heiratete sie Arthur Bell Nichols. Am Karsamstag, dem 31. März 1855, starb sie, vermutlich an Schwindsucht, in Haworth, Yorkshire. Ihr Fragment gebliebener Roman Emma erschien postum

Chad Harbach – Die Kunst des Feldspiels

„Genau das verlieh der Geschichte nämlich etwas Episches: Der Spieler, der Held, musste auf dem Weg zum finalen Triumph erst gehörig leiden. Schwartz wusste, dass die Leute es liebten zu leiden, solange das Leiden zu etwas führte. Alle Menschen litten. Das Entscheidende war, sich für eine Form des Leidens zu entscheiden.“ (183)

In Die Kunst des Feldspiels erzählt Chad Harbach das Aufeinander- und voneinander-Abprallen mehrerer Personen während der vier College-Jahre, die Henry Skrimshander am Westish College in der Nähe von Chicago, verbringt. Henry ist ein großes Baseballtalent, er spielt jedoch als Shortstop, welches nicht die glamouröseste Position ist, weswegen er auch nicht angeworben wurde. Bis eines Tages Mike Schwartz auf ihn aufmerksam wird und sein großes Talent erkennt. Mike leitet in die Wege, dass Henry nach Westish kommt und wird, obwohl nur ein Jahr weiter, sein Mentor.

Henrys Zimmergenosse ist der Buddha – Owen, schwul, belesen, mit einem Preis ausgezeichnet und auch Baseballspieler. Die beiden, obwohl grundverschieden, freunden sich an. Mit wem der Buddha sich noch anfreundet, ist der Zeit seines Lebens heterosexuelle Direktor des Colleges, Guert Affenlight. Dieser fand als junger Student – ebenfalls am Westish – ein verschollenes Manuskript von Herman Melville. Dies brachte ihm eine Karriere und dem College eine gewisse Berühmtheit ein.

Affenlights Tochter Pella, die noch als Schülerin weglief und einen älteren Mann heiratete, kommt zu Affenlight zurück. Sie will sich aus ihrer unglücklichen Ehe lösen und ein neues Leben aufbauen – Studium, neuer Freund – aber auch sie kämpft mit ihren Grenzen.

Die Kunst des Feldspiels beschreibt die Höhen und Tiefen der verschiedenen Lebensläufe. Fünf vollkommen unterschiedliche Personen treffen aufeinander, manchmal intensiver, manchmal nur am Rande. Und doch hängen alle Schicksale zusammen, gerät eines ins Wanken, verlieren auch die anderen die Balance.

Hier sind keine „Helden“ beschrieben, sondern Lebensläufe, die heute aus dem Leben gegriffen scheinen. Es gibt Höhen, doch der Fall danach ist umso tiefer. Licht und Schatten, Erfolg und Misserfolg, Kampf und Kapitulation, viele Themen werden geschickt aufgegriffen und miteinander verwoben. Dass Baseball, ein Sport, der hierzulande nicht allzu geläufig ist, den Dreh- und Angelpunkt der Geschichte bildet, stört hierbei überhaupt nicht. Auch wenn man nicht genau weiß, was die Sportler gerade tun, die Spannung und Dramatik kommen beim Leser an, man fiebert und leidet mit den Figuren mit.

Ich möchte der lieben Bingereaderin danken, dass sie mich auf dieses Buch aufmerksam machte – ich wäre wohl daran vorbei gegangen. Und dann könnte ich kein Loblied auf diesen Roman singen, der für mich jetzt schon ein Highlight in diesem Jahr ist. Ich habe lange keinen so intensiven Roman mehr gelesen, der die Schwierigkeiten des Erwachsenwerdens, der Erfolge und Misserfolge, denen man sich im Leben stellen muss, so eindringlich behandelt. Aber nicht nur das, auch schon scheinbar „eingefahrene“ Lebensläufe werden thematisiert, Wendungen, die sich spät im Leben ereignen und mit denen man umgehen lernen muss.

Hier sind Lebensläufe, die krumm und schief sind, sich nach vorne und rückwärts winden, die schmerzhaft sind, und doch ihre wundervollen Momente haben. Es sind Figuren, die kämpfen müssen, und ich als Leser habe mich verstanden und geachtet gefühlt, weil hier einer schreibt, der weiß, wie Leben ist, und der sich und seinen Lesern keine Träumereien und Illusionen aufbürdet. Dabei hat er ganz charmante Figuren geschaffen mit denen man sich identifizieren kann und die man ins Herz schließt.

Ich weiß, Literatur soll einen in andere Welten führen und neue Perspektiven eröffnen. Aber manchmal ist es auch ganz hervorragend, von „normalen“ Menschen zu lesen, deren Lebensläufe dem eigenen ähnlich sind, und die trotzdem keine Millisekunde langweilen. Eine absolute Empfehlung für diesen Roman (auch wenn ich Baseball immer noch nicht verstanden habe)!

Foto: wikipedia.deChad Harbach wurde 1975 in Racine, Wisconsin, geboren. Er studierte Journalistik in Harvard und machte seinen Master an der University of Virginia. Mit mehreren Autoren und Journalisten gründete er die Literaturzeitschrift n + 1. Die Kunst des Feldspiels ist sein Debütroman, mit dem er viele Erfolge feierte.

Eine weitere Besprechung findet man bei Mara auf Buzzaldrins.

Chad Harbach: Die Kunst des Feldspiels. Aus dem Englischen von Stephan Kleiner und Johann Christoph Maass. DuMont Buchverlag, Köln. 2013. OA: The Art of Fielding. Little, Brown and Company, New York. 2011. 606 Seiten.

Nederlandstalig! Connie Palmen – Die Gesetze

flagge„Ich war nicht auf der Suche nach Liebe. Ich suchte die Gesetze.“ (236)

Das realisiert Marie, die in diesem Roman die Geschichte ihres Studiums und damit die Geschichte von sieben Männern erzählt, die in dieser Zeit wichtig in ihrem Leben waren. Sie stammt aus einem kleinen Dorf, ist katholisch aufgewachsen, und als sie herausfand, dass man auch nicht an Gott glauben kann, und sie – als Mädchen – intelligenter als die meisten Anderen ist, ändert sich ihre Weltsicht drastisch. Von nun an versucht sie herauszufinden, wie die Welt funktioniert und was ihr Platz in ihr ist.die gesetze

Als erstes begegnet sie dem Astrologen, der ihr Horoskop erstellt und versucht, über die Konstellation der Sterne Aussagen über ihre Persönlichkeit und ihr Leben zu machen. Er selbst hat sein ganzes Leben den Sternen untergeordnet, was ihn meistens wahnsinnig erscheinen lässt, auch für Marie, aber eine gewisse Faszination kann sie nicht absprechen, scheint er doch genau zu wissen, was er zu tun und zu glauben hat. Aber sie versteht nie so ganz, worauf er hinaus will, und ihre anfängliche Hoffnung, einen Plan fürs Leben zu erfahren, löst sich in Luft auf.

Dann trifft sie den Epileptiker, den Philosophen, den Priester, den Physiker, den Künstler und den Psychiater. All diese Männer sind grundverschieden. Aber jeder dieser Männer hat sich seine besondere Weltsicht aufgebaut, und lässt sie daran teilhaben, und sie hört zu und lernt. Aber auch wenn die Männer glauben, die Antworten gefunden zu haben, ist es doch immer etwas anderes für Marie.

Der Roman besteht aus sieben Kapiteln, jedes Kapitel ist einem dieser Männer zugeordnet und erzählt von der Begegnung mit ihm und seiner „Wahrheit“. Marie ist unsicher, aber wissensdurstig, und so sind diese Begegnungen meist sehr intensiv. Sie geben Stückchen für Stückchen Maries Persönlichkeit wider, und zeigen ihre Entwicklung auf. Ist es da nur konsequent, dass der letzte der Psychiater ist? Das möge jeder selbst herausfinden.

Ich habe Die Gesetze schon einmal mit Anfang zwanzig gelesen, und war jetzt sehr gespannt, wie ich es heute empfinden würde. Damals hat der Roman mich nämlich aus den Socken gehauen. Und auch dieses mal hat er mich wieder beeindruckt, wenn auch auf eine andere Art und Weise. Ich habe meine eigene Reise unternommen und Begegnungen gehabt, aber so wie ich damals hoffte, ähnliche Menschen kennenzulernen und ähnliche  Gespräche zu führen und eine Entwicklung zu machen, so muss ich heute sagen: in Ermangelung solcher Menschen habe ich meistens die Bücher zu Rate gezogen.

Und so ist dieses solch ein Buch für mich, das mich wie mit einem Holzhammer mit Erkenntnissen und Gedanken auf den Kopf haut.  Ja, es sind auch Banalitäten darunter, oder sie mögen so scheinen, da sie für mich offensichtlich sind, und für andere nicht, ebenso wie es andersherum sein mag. Es regt zum Nachdenken an, und das Checken und Überdenken seiner Weltsicht kann ja gerade dieser Tage nicht schaden. Wie dem auch sei, ich denke, ob man etwas daraus mitnimmt oder nicht, hängt sehr von der Persönlichkeit des Lesers ab.

Auf jeden Fall ist es äußerst amüsant geschrieben, denn nicht alle Begegnungen sind so, wie man es erwarten würde. Es ist ein Entwicklungsroman, und wie in jeder Entwicklung läuft nicht immer alles glatt, was manchmal zu sehr bizarren Situationen führt. Also, selbst wenn man sich nicht personifizieren kann, bereitet dieser Roman meiner Meinung nach viel Lesefreude. Und man setzt sich mit seinem eigenen Weg und Weltbild auseinander, was ja nie schaden kann. Und ist dann eine Station auf der Selbstwerdung, denn meiner Meinung nach hört dieser Weg erst auf, wenn man das Atmen drangibt.

Bild: diogenes.ch

Connie Palmen, kompletter Name Aldegonda Petronella Huberta Maria Palmen, wurde am 25. November 1955 in Sint Odilienberg in Limburg geboren. Sie studierte Philosophie und Niederländische Literatur, ihre Abschlussarbeit widmete sich dem Autor Cees Nooteboom. Ihr Debütroman De Wetten – Die Gesetze war sehr erfolgreich, sowohl in den Niederlanden als auch international. Für den nächsten Roman, De Vriendschap – Die Freundschaft, erhielt sie den AKO Literatuurprijs. Von 1991 bis zu seinem Tod 1995 war sie mit Ischa Meijer, einem Journalisten, Schriftsteller und Talkmaster, liiert. Darüber schrieb sie I.M. – auf deutsch I.M Ischa Meijer – In Margine, In Memoriam, das die Beziehung und den plötzlichen Tod verarbeitet. Connie Palmen lebt in Amsterdam.

Connie Palmen: Die Gesetze. Aus dem Niederländischen von Barbara Heller. Diogenes Verlag, 1993. OA: De Wetten. Prometheus, Amsterdam, 1991. 247 Seiten.

Haruki Murakami – Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Tsukura Tazaki ist 36 Jahre alt, ledig, ein Einzelgänger. Er baut Bahnhöfe, was sein Traumberuf ist, aber das ist die einzige Erfüllung, die er in seinem Leben hat. Dann lernt er Sara kennen, und aus einem Flirt könnte mehr werden. Würde Sara nicht spüren, dass etwas auf Tazakis Seele lastet, das sein Leben beeinflusst und sie auf Distanz hält. Sie rät ihm dazu, sich damit auseinanderzusetzen.pilgerjahre

Und dies tut Tazaki. Es begann damit, dass er in seiner Schulzeit Teil einer Fünfergruppe war, drei Jungs, zwei Mädchen, die sich vorstellten, in kompletter Harmonie miteinander zu sein. Dies schloss jede sexuelle Komponente aus, da dies die Harmonie gestört hätte. Doch Tsukura Tazaki hielt sich schon damals für einen Außenseiter, da jeder der vier anderen eine Farbe im Namen hatte, sein Name jedoch „etwas bauen, schaffen“ bedeutet. So sah er sich als das farblose Element der Gruppe, zwar Teil von ihr, aber nicht so leuchtend wie die anderen.

Als die Schulzeit zu Ende geht, hat er nur einen Berufswunsch: Bahnhöfe zu bauen. Für das Studium muss er nach Tokio ziehen und die Gruppe zurücklassen. Er hält jedoch weiterhin so engen Kontakt wie möglich, fährt zu jeder Gelegenheit nach Hause und baut auch an der Universität keine Kontakte oder Freundschaften auf, da er ja die perfekten Freundschaften hat.

Bis er eines Tages nach Hause kommt und keiner seiner Freunde Zeit für ihn hat. Dies kommt ihm merkwürdig vor, und nach einiger Zeit verdichtet sich sein schlechtes Gefühl. Einer der vier sagt ihm schließlich, dass sie den Kontakt zu ihm abbrechen, nichts mehr mit ihm zu tun haben wollen.

Tazaki ist wie vor den Kopf gestoßen, innerlich gelähmt, zu keiner Reaktion fähig. Ein halbes Jahr schwebt er am Rand des Selbstmords, verändert sich seelisch wie körperlich. Dann nimmt er sein Leben wieder auf, zu dem nun keine anderen Personen mehr gehören. Er hält sich an der Routine fest und macht weiter.

Er lernt neue Leute kennen, auch Frauen, aber nichts ist von Dauer. Alle machen einen Zwischenhalt in seinem Leben, aber alle reisen sie nach einiger Zeit weiter. Bis Sara da ist, die bleiben möchte, aber nur, wenn er sich seiner Vergangenheit stellt. Und so fährt Tazaki in seine Heimatstadt und trifft sich mit dem ersten seiner früheren Freunde. Und erfährt Erstaunliches.  Ebenso vom Zweiten. Und dann muss er noch eine weite Reise antreten, um die Dinge wirklich verstehen zu können. Und sich darüber klar werden zu können, ob er Sara in seinem Leben behalten möchte.

Ihr wisst es alle, Murakami ist mein Lieblingsautor. Ich liebe seine Welten, und fühle mich geborgen, sobald ich eines seiner Bücher aufschlage. Seine Figuren sind mir nah, oft frage ich mich, wie er wissen kann, wie ich mich fühle. Aber es gibt wohl genug dieser Figuren auf der Welt. Nun hat er mit dem farblosen Herrn Tazaki eine weitere dieser Figuren geschaffen, und auch mit ihm fühlte ich mich wieder verbunden.

Dennoch ging mir diese Geschichte nicht so nah wie etwa das Hardboiled Wonderland, der Tanz mit dem Schafsmann oder ja, auch 1Q84. Mir fehlte der magische Realismus, die andere Ebene, die Murakami sonst in seine Werke einflicht, die die Welt irrealer, surrealer und damit manchmal realer werden lässt. Bis auf die Geschichte vom Vater seines Freundes – von der ich gerne mehr gehört hätte -, war es eine ganz normale Erzählung. Dies fordert mich zwar nun heraus, das Buch an Personen weiterzugeben, die nichts mit der „anderen Ebene“ anfangen können, aber trotzdem mal in Murakamis Stil eintauchen sollen, aber zu meinen persönlichen Favoriten von ihm gehört es leider nicht. (Was nicht bedeutet, dass es nicht immer noch weit über so manch anderem Roman steht.)

Haruki Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki. Aus dem Japanischen von Ursula Gräfe. DuMont Buchverlag Köln. OA: 2013, DA 2014. 318 Seiten.

Weitere Rezensionen:  Mister Aufziehvogel und 1Q84

Und dann gab es noch die tolle Aktion der Klappentexterin, die im Rahmen von „Talking about Haruki Murakami“ die Übersetzerin Ursula Gräfe interviewte und mit einigen anderen Personen über Murakami sprach.

Buch #57: John Irving – Gottes Werk und Teufels Beitrag

„Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige Neuenglands!“ Diesen Satz sagt Wilbur Larch seinen Waisenkindern, nachdem er ihnen aus Charles Dickens vorgelesen hat und bevor er das Licht ausmacht. Ein allabendliches Ritual, damit die Kinder ein festes Gefüge, eine Routine kennen lernen.

Wilbur Larch ist Arzt, Gynäkologe, in wohl einem der trostlosesten Käffer der Welt, St. Cloud`s. Dies ist eine ehemalige Sägewerksstadt, die, nachdem alle Bäume abgeholzt waren, die Sägemühle verlegt und St. Cloud`s mit Unmengen an Sägemehlstaub und verrottenden Hütten zurückgelassen hat. Und dem Waisenhaus, für das Wilbur Larch verantwortlich ist, gemeinsam mit Schwester Angela und Schwester Edna. Während seines Studiums hatte Larch eine unangenehme Begegnung mit dem anderen Geschlecht, die darin resultierte, dass er gebeten wurde, eine Abtreibung durchzuführen. Er weigerte sich, und die Frau starb. Das führte Larch zum Äther, und zu der Überlegung, dass jede Frau selbst über ihr Schicksal entscheiden solle, er werde ihr nicht im Weg stehen.

Und so kommen täglich Frauen in dieses Kaff, Frauen, die eine Abtreibung wollen, und Frauen, die ihre dicken Bäuche im Waisenhaus lassen. Einer von diesen Bäuchen enthielt Homer Wells. Homer wächst in St. Cloud`s auf, hat aber mehrere Familien, die ihn adoptieren wollen. Doch aus irgendeinem Grund klappt es nie, und Homer bleibt in St. Cloud`s. Als er größer wird, bekommt er mehr Aufgaben, und irgendwann wird er Larchs Assistent.

Doch Homer kann sich mit „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ nicht anfreunden. Er sieht Abtreibung als Mord, und hilft nur bei den Geburten. Dann kommen eines Tages Wally und Candy, ein junges verliebtes Paar, denen ein Fehler unterlaufen ist. Homer wird mit ihnen zur Apfelfarm von Wallys Eltern fahren, wo er mit und mit immer mehr Aufgaben übernimmt. Er ist in Candy verliebt, doch sie kann sich nicht zwischen den beiden Männern entscheiden. Dann kommt der Vietnam-Krieg, und eine Reihe von Verstrickungen nimmt ihren Anfang…

Homer war immer einsam in St. Cloud`s, war er doch der Älteste, bis auf Melony, was die beiden zusammenschweißt, zu einem innigen, aber fatalen Verhältnis. So öffnet sich für Homer die Welt, als er St. Cloud`s verlässt, und für Melony die Hölle. Sie beschließt, ihn zu suchen, und ruht nicht eher, bis sie ihn wieder hat.

Am Härtesten trifft es jedoch Wilbur Larch. Er ist für Homer wie ein Vater, Homer für ihn wie ein Sohn. Er wollte, dass Homer irgendwann die Klinik und das Waisenhaus übernimmt, es weiterführt, und nun hat Homer sich gegen ihn und sein Lebenswerk entschieden. Hinzu kommt, dass Abtreibungen illegal waren, und ihm das Gesetz bzw. das Vorstandskomitee der Klinik ständig im Nacken sitzt. Und so ersinnt Wilbur Larch einen Plan, der ihn Jahre kostet, aber vielleicht wird es Homer am Ende zu ihm zurückbringen?

Es gibt ein paar Schriftsteller, deren Bücher so wertvoll für mich sind, dass ich vielleicht eines im Jahr lese, damit ich länger davon habe. Dazu gehört Margaret Atwood, dazu gehört Haruki Murakami, und ja, dazu gehört John Irving. Ich weiß, dass auch er einer von denen ist, die die Lesergemeinschaft teilen, die einen lieben ihn, die anderen können nichts mit ihm anfangen. Nun, ich liebe ihn.

Irving hat seine Themen, Bären, Sport, Prostituierte, aber hier sind es Menschen, die Verluste erfahren, und Beziehungen, die schwierig verlaufen. Und wieder erzählt er in seinem ruhigen Ton von der Tragik des Lebens, findet die richtigen Worte, den Schmerz zu umschreiben, aber ihn doch als Teil des Lebens erscheinen zu lassen, der einen nicht umbringt. Irvings Charaktere haben es nicht leicht, und doch möchte man an ihrer Seite sein, alles mit ihnen durchstehen, und ab und an sagen, dass alles gut werde.

Was es nicht unbedingt tut bei Irving. Manchmal wird es gut, meistens nicht. Wie im richtigen Leben. Und doch verzweifeln seine Figuren meistens nicht, sie nehmen, was sie haben, und gehen von dort aus weiter. Und der Leser klebt an den Seiten fest, muss sie halten, mit den Augen verfolgen, sie umblättern, atemlos, weil die Figuren ihm in kürzester Zeit so nahe stehen wie sein Bein. Und das schafft Irving, immer und immer wieder, und deswegen sind seine Bücher rare Schätze für mich.

Bild: john-irving.com

Bild: john-irving.com

John Irving wurde am 2. März 1942 in Exeter, New Hampshire, geboren. Mit 14 begann er zu ringen und zu schreiben. Er litt unter Legasthenie, weswegen ihm das Ringen und die dazu nötige Disziplin sehr weiterhalfen. Er studierte englische Literatur und verbrachte u.a. zwei Semester in Wien, ein häufig wiederkehrendes Motiv in seinem Werk. Seinen Durchbruch schaffte er 1978 mit „Garp und wie er die Welt sah“, seitdem widmet er sich hauptberuflich dem Schreiben. Er schrieb das Drehbuch für „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ und gewann dafür einen Oscar. Heute lebt er in Vermont und Toronto.