Buch #60 oder warum ich American Psycho nicht beenden werde

Patrick Bateman hat es geschafft: Er hat den perfekten Job als Investment-Banker, mit dem er lächerlich viel Geld verdient, das er für eine Wohnung in bester Lage, Designer-Klamotten und ausschweifende Parties mit dem gelegentlichen Näschen Koks ausgibt. Er gehört zu „High Society“, bewegt sich in den „richtigen“ Kreisen, führt die „richtigen“ Unterhaltungen, kennt die „richtigen“ Leute.

amerErzählt wird die Story aus Batemans Sicht, und er benutzt hierfür eine schon fast klinisch nüchterne Sprache, er beschreibt seinen Tagesablauf, als sei es eine Liste, die es abzuhaken gelte, inklusive der Exzesse. Und so verwundert es nicht sehr, dass in eben dieser Sprache auch seine Gewaltexzesse beschrieben werden. Als sei es das Normalste auf der Welt, wiederum nur etwas, das abgehakt werden muss. Er richtet sich dabei natürlich gegen Schwächere, muss seine Dominanz auskosten, muss sich selbst beweisen, dass er ein „Master of the Universe“ ist.

Eigentlich reizt mich diese Art von Geschichte, die Beschreibung des vollkommen sinnentleerten Lebens eines Yuppies, der, als er erreicht hat, was zu erreichen ist, aus dem Milieu der Oberflächlichkeit und Sinnlosigkeit nicht mehr zu entfliehen vermag. Dem es als einziger Ausweg erscheint, Gewalt anzuwenden, um – eventuell – etwas zu fühlen.

Aber ich muss leider gestehen – wie es scheint, bin ich zu zartbesaitet für diesen Roman. Ich bin bis dahin gekommen, als er den Bettler und seinen Hund angreift, und dieses mentale Bild steht mir immer noch vor Augen, auch wenn es schon Monate her ist, dass ich es las. Ich habe dann beschlossen, dass ich nicht weiterlesen werde, meine Phantasie scheint zu ausgeprägt zu sein für diese Bilder.

Dennoch denke ich, dass es sich für jemanden, der mit der Gewalt umgehen kann, durchaus lohnt, diesen Roman zu lesen. Er scheint mir eine Parabel auf die Macht und die Sinnlosigkeit des Geldes zu sein, und davon kann es eigentlich nicht genug geben. Aber leider muss ich an dieser Stelle zum ersten Mal aufgeben. Vielleicht hat ja jemand anderes mehr Glück – oder einen besseren Magen.

Bild: wikipedia

Bret Easton Ellis wurde am 7. März 1964 in Los Angeles geboren. Er hat eine Musikausbildung genossen, was sich immer wieder in seinen Romanen niederschlägt. „American Psycho“ hat ihn berühmt gemacht, nicht zuletzt wegen der Beschreibung der Gewalt- und Drogenexzesse. Ellis selbst hat eine Drogenvergangenheit. Er hat mehrere Romane geschrieben, von denen die meisten verfilmt wurden. Heute lebt er in Los Angeles.

Bret Easton Ellis: American Psycho.Vintage Books, New York 1991. 416 Seiten.

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Buch #59: Dashiell Hammett – Der Malteser Falke

Privatdetektiv Sam Spade nimmt eines Morgens mit seinem Partner den Auftrag einer jungen Dame, Miss Wonderly, an, die den Mann sucht, der ihre Schwester verführt hat. Spades Partner beginnt mit der Beschattung des Mannes, Floyd Thursby, und um zwei Uhr nachts klingelt Spades Telefon: Beide sind tot.

Die Polizei ist schnell involviert, es scheint, Thursby habe Spades Partner erschossen, aber wer für Thursbys Tod verantwortlich ist, bleibt ein Rätsel. Spade kooperiert nicht mit der Polizei und unternimmt seine eigene Untersuchung, die zuerst zu Miss Wonderly führt. Diese bittet ihn um Hilfe und Schutz, sei sie doch bestimmt die nächste, hinter der der Killer her ist. Und so nimmt eine Kriminalgeschichte den Anfang, die viele Wendungen macht.

Miss Wonderly ist nicht Miss Wonderly, aber tatsächlich wird sie gesucht. Denn sie weiß etwas, das sie nicht preisgibt, auch nicht Spade gegenüber. Sie weiß von dem schwarzen Vogel, dem Malteser Falken. Dieser ist eine wertvolle Statuette, und keiner von denen, die ihn jagen, weiß, wo er ist. Auch Miss Wonderly will von Spade, dass er den Vogel für sie findet. Ebenso wie die anderen Jäger der Statuette.

Und so hängt Sam Spade sein Fähnchen nach dem Wind. Mal kooperiert er hier, um einen Hinweis zu erhalten, mal macht er dort einen Schritt auf seine Kontrahenten zu, um die Wahrheit zu finden. Aber noch öfter macht er das, was ihm den schnellsten Vorteil bringt: er wendet Gewalt an. Und so kommt er Stückchen um Stückchen weiter, und der Leser mit ihm, aber der Leser weiß nie, worum es Sam Spade wirklich geht: Der Auflösung des Falls oder dem Besitz des Falken?

Er handelt immer opportunistisch, man kann ihn nie einschätzen. Und das ist der heutige Krimileser eher nicht gewohnt, hat man doch immer einen Ermittler, der ganz klar „gut“ ist, und einen Mörder, der ganz klar „schlecht“ ist. Bei Hammett gibt es das nicht. Man weiß nie, woran man ist, und welche Wendung die Geschichte als nächstes nehmen wird.

Das macht den Roman sehr spannend bis zum (unerwarteten?) Schluss, aber es hat auch eine negative Seite: Man bleibt der Hauptfigur fern, immer wieder windet sie sich aus des Lesers Griff, und es ist nicht möglich, Sympathie aufzubauen. Das ist verwirrend, weiß man irgendwann doch nicht mehr, zu wem man halten und wer den Vogel finden soll. Aber es ist auch realistisch, denn so sind die Menschen: Keine Schablonen, sondern sowohl „gut“ als auch „böse“.

Die Geschichte wird durch die vielen Wendungen spannend und hält diese Spannung bis zum Schluss. Interessanter ist an dem Roman aber die widersprüchliche Hauptfigur, die man nicht so oft geliefert bekommt. Und so kann ich jedem empfehlen, dieser Geschichte ein wenig Zeit zu schenken, ist die Erzählweise doch eine nicht alltägliche. Hammetts realistische Art zu schreiben bewirkt darüber hinaus, dass sich der Leser sehr gut in die jeweilige Kulisse hineinversetzen kann, es ist beinahe, als sehe man einen Film.

Der Malteser Falke gilt als einer der ersten Kriminalromane des Realismus, und Raymond Chandler sagte über ihn: „Hammett gab den Mord den Leuten zurück, die Grund haben, zu morden, und nicht nur da sind, um eine Leiche zu liefern.“ Man höre also auf Raymond Chandler und mich und lese diesen ungewöhnlichen Kriminalroman.

Quelle: Wikipedia

Samuel Dashiell Hammett wurde am 27. Mai 1894 in Maryland geboren. Nachdem er mit 13 die Schule verließ, wurde er Angestellter in der Detektivagentur Pinkerton. Diese Arbeit floss in seine Bücher ein. Seine Figuren sind aber zumeist Antihelden, allen voran Sam Spade. Noch vor Raymond Chandler gilt er als Begründer der hardboiled novel. Er war verheiratet und hatte zwei Töchter, seine große Liebe jedoch war die Dramatikerin Lillian Hellman. Er nahm an beiden Weltkriegen teil, aber aufgrund seiner Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei geriet er in die Mühlen der McCarthy-Ära. Er war im Gefängnis, und sein Vermögen wurde beschlagnahmt. 1953 musste er vor der McCarthy-Kommission aussagen, was im Fernsehen übertragen wurde. Seine Rundfunkbeiträge wurden gestoppt, seine Geschichten nicht mehr gedruckt. 1955 hatte er einen Herzanfall und zog sich aus der Öffentlichkeit zurück. Er starb 1961 verarmt und wurde in Arlington beigesetzt.

Dashiell Hammett: Der Malteser Falke. Neu übersetzt von Peter Naujack. OA: The Maltese Falcon, 1930, Alfred A. Knopf, Inc., New York. DA: Diogenes Verlag AG Zürich, 1974. 235 Seiten.

Buch #58: Stephen King – Shining

King+ShiningJack Torrance ist einer dieser Menschen, die wohl gemeinhin als „Loser“ bezeichnet werden könnten. Nach einer unschönen Kindheit mit einem ständig alkoholisierten Vater, der gerne Prügel verteilte, und einer duckmäuserischen Mutter, die sich und ihre Kinder nicht verteidigen konnte, entfloh er seinem Elternhaus. Er wurde Lehrer, heiratete die schöne Wendy und bekam einen Sohn, Danny. Doch er konnte sein Leben nicht zusammenhalten, verfiel ebenfalls dem Alkohol, verlor seinen Job und beinahe seine Familie.

Er sieht sich eigentlich als Schriftsteller, doch auch dies läuft nicht so, wie er es sich wünscht. Eines Tages kommt er hinzu, als Danny die beschriebenen Seiten seines Stücks bemalt, sieht rot und bricht ihm den Arm. Ab diesem Punkt traut Wendy ihm nie mehr so recht, auch als er den Alkohol aufgibt und unter größten Mühen ein neues Leben beginnen will. Und hier kommt die letzte Chance ins Spiel: Jacks letzte Chance ist ein Hausmeisterjob, als Hausmeister in einem Hotel, dem Overlook, das er über den Winter, wenn es eingeschneit ist, hüten soll.

Und so packt er seine Frau und seinen Sohn ein und nimmt den Job an. Er freut sich auf die Ruhe und Einsamkeit, hofft er doch, sein Stück zu Ende schreiben und seiner Frau beweisen zu können, dass er doch etwas wert ist. Doch sein Sohn Danny hat ein schlechtes Gefühl bei der ganzen Sache. Er ist hellsichtig, und die Dinge, die er sieht, oder die ihm sein „imaginärer“ Freund Tony zeigt, machen ihm große Angst.

Er will seine Eltern warnen, den Winter nicht im Hotel zu verbringen, denn dort seien sie nicht sicher. Doch er weiß auch, dass seinem Vater dann nichts übrig bleiben würde als Jobs anzunehmen, die dieser für unter seiner Würde hält, und das würde ihn zerstören. So vertraut er seine Ängste nur dem Koch des Hotels, Dick Halloran, an, der auch ein wenig hellsichtig ist und Danny versichert, er werde ihm helfen, wenn dieser in Schwierigkeiten sei.

Und dann ist der Tag da, an dem sie alleine im Overlook zurückbleiben. Zuerst ist es sehr idyllisch und alles, was Jack sich gewünscht hat. Doch sein Sohn gerät nach und nach in den Bann des Hotel, das ihm Dinge und Menschen zeigt, die vor Jahren und Jahrzehnten geschehen sind. Und dann bleibt es nicht mehr bei Bildern, und nicht nur Danny sieht und erfährt Dinge. Als es zu schneien beginnt und das Overlook eingeschneit ist, beginnt ein Kampf um Leben und Tod, den nicht alle gewinnen werden…

Soweit ganz grob die Zusammenfassung des ersten Horrorromans meines Leselebens. Dies ist eigentlich gar nicht mein Genre, weder im Buch noch als Film, und so habe ich es bis jetzt gemieden. Aber ich muss sagen, Shining hat mich in seinen Bann gezogen. Stephen Kings Art zu schreiben entwickelt einen Sog, dem man nicht entfliehen kann, bis er den Bann selber bricht und seine Leser atemlos entlässt. Nicht, dass die Geschichte sonderlich komplex wäre, und meiner Meinung nach hätte er auch ein paar Seiten weniger darauf verwenden können. Aber: die Art, wie er eine Welt erschafft und dann kleine Details so verändert, dass die Situation eine komplett andere wird und man nie weiß, wie weit er es jetzt ernst meint, und was nur im Kopf der Figuren passiert, hat mich sehr für ihn eingenommen.

Und so kann ich Shining auch Leuten empfehlen, die wie ich nicht viel mit Horrorgeschichten anfangen können, aber sich gerne in eine rasante Geschichte hineinziehen lassen. So gruselig ist es nicht, ich fand manche Aspekte dann auch eher etwas lächerlich. Aber ob, zum Beispiel, zum Leben erwachte Heckentiere nun Jedermanns Sache sind oder nicht, King macht sie zu einem Aspekt der Geschichte, der einem den Atem dann doch ein wenig verschlägt.

Grundsätzlich habe ich Der Anschlag lieber gelesen, da mich dieses Thema mehr interessiert. Aber als Einstieg oder als Versuch, einen Blick ins Horrorgenre zu werfen, kann ich Shining gut empfehlen.

Weitere Infos zu Stephen King gibt es hier. Shining ist von Stanley Kubrick mit Jack Nicholson als Jack Torrance verfilmt worden.

Stephen King: Shining. Aus dem Englischen übersetzt von Harro Christensen. OA: 1977, Deutsche Lizenzausgabe 1982, Bastei-Verlag Gustav H. Lübbe. 397 Seiten.

Buch #57: John Irving – Gottes Werk und Teufels Beitrag

„Gute Nacht, ihr Prinzen von Maine, ihr Könige Neuenglands!“ Diesen Satz sagt Wilbur Larch seinen Waisenkindern, nachdem er ihnen aus Charles Dickens vorgelesen hat und bevor er das Licht ausmacht. Ein allabendliches Ritual, damit die Kinder ein festes Gefüge, eine Routine kennen lernen.

Wilbur Larch ist Arzt, Gynäkologe, in wohl einem der trostlosesten Käffer der Welt, St. Cloud`s. Dies ist eine ehemalige Sägewerksstadt, die, nachdem alle Bäume abgeholzt waren, die Sägemühle verlegt und St. Cloud`s mit Unmengen an Sägemehlstaub und verrottenden Hütten zurückgelassen hat. Und dem Waisenhaus, für das Wilbur Larch verantwortlich ist, gemeinsam mit Schwester Angela und Schwester Edna. Während seines Studiums hatte Larch eine unangenehme Begegnung mit dem anderen Geschlecht, die darin resultierte, dass er gebeten wurde, eine Abtreibung durchzuführen. Er weigerte sich, und die Frau starb. Das führte Larch zum Äther, und zu der Überlegung, dass jede Frau selbst über ihr Schicksal entscheiden solle, er werde ihr nicht im Weg stehen.

Und so kommen täglich Frauen in dieses Kaff, Frauen, die eine Abtreibung wollen, und Frauen, die ihre dicken Bäuche im Waisenhaus lassen. Einer von diesen Bäuchen enthielt Homer Wells. Homer wächst in St. Cloud`s auf, hat aber mehrere Familien, die ihn adoptieren wollen. Doch aus irgendeinem Grund klappt es nie, und Homer bleibt in St. Cloud`s. Als er größer wird, bekommt er mehr Aufgaben, und irgendwann wird er Larchs Assistent.

Doch Homer kann sich mit „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ nicht anfreunden. Er sieht Abtreibung als Mord, und hilft nur bei den Geburten. Dann kommen eines Tages Wally und Candy, ein junges verliebtes Paar, denen ein Fehler unterlaufen ist. Homer wird mit ihnen zur Apfelfarm von Wallys Eltern fahren, wo er mit und mit immer mehr Aufgaben übernimmt. Er ist in Candy verliebt, doch sie kann sich nicht zwischen den beiden Männern entscheiden. Dann kommt der Vietnam-Krieg, und eine Reihe von Verstrickungen nimmt ihren Anfang…

Homer war immer einsam in St. Cloud`s, war er doch der Älteste, bis auf Melony, was die beiden zusammenschweißt, zu einem innigen, aber fatalen Verhältnis. So öffnet sich für Homer die Welt, als er St. Cloud`s verlässt, und für Melony die Hölle. Sie beschließt, ihn zu suchen, und ruht nicht eher, bis sie ihn wieder hat.

Am Härtesten trifft es jedoch Wilbur Larch. Er ist für Homer wie ein Vater, Homer für ihn wie ein Sohn. Er wollte, dass Homer irgendwann die Klinik und das Waisenhaus übernimmt, es weiterführt, und nun hat Homer sich gegen ihn und sein Lebenswerk entschieden. Hinzu kommt, dass Abtreibungen illegal waren, und ihm das Gesetz bzw. das Vorstandskomitee der Klinik ständig im Nacken sitzt. Und so ersinnt Wilbur Larch einen Plan, der ihn Jahre kostet, aber vielleicht wird es Homer am Ende zu ihm zurückbringen?

Es gibt ein paar Schriftsteller, deren Bücher so wertvoll für mich sind, dass ich vielleicht eines im Jahr lese, damit ich länger davon habe. Dazu gehört Margaret Atwood, dazu gehört Haruki Murakami, und ja, dazu gehört John Irving. Ich weiß, dass auch er einer von denen ist, die die Lesergemeinschaft teilen, die einen lieben ihn, die anderen können nichts mit ihm anfangen. Nun, ich liebe ihn.

Irving hat seine Themen, Bären, Sport, Prostituierte, aber hier sind es Menschen, die Verluste erfahren, und Beziehungen, die schwierig verlaufen. Und wieder erzählt er in seinem ruhigen Ton von der Tragik des Lebens, findet die richtigen Worte, den Schmerz zu umschreiben, aber ihn doch als Teil des Lebens erscheinen zu lassen, der einen nicht umbringt. Irvings Charaktere haben es nicht leicht, und doch möchte man an ihrer Seite sein, alles mit ihnen durchstehen, und ab und an sagen, dass alles gut werde.

Was es nicht unbedingt tut bei Irving. Manchmal wird es gut, meistens nicht. Wie im richtigen Leben. Und doch verzweifeln seine Figuren meistens nicht, sie nehmen, was sie haben, und gehen von dort aus weiter. Und der Leser klebt an den Seiten fest, muss sie halten, mit den Augen verfolgen, sie umblättern, atemlos, weil die Figuren ihm in kürzester Zeit so nahe stehen wie sein Bein. Und das schafft Irving, immer und immer wieder, und deswegen sind seine Bücher rare Schätze für mich.

Bild: john-irving.com

Bild: john-irving.com

John Irving wurde am 2. März 1942 in Exeter, New Hampshire, geboren. Mit 14 begann er zu ringen und zu schreiben. Er litt unter Legasthenie, weswegen ihm das Ringen und die dazu nötige Disziplin sehr weiterhalfen. Er studierte englische Literatur und verbrachte u.a. zwei Semester in Wien, ein häufig wiederkehrendes Motiv in seinem Werk. Seinen Durchbruch schaffte er 1978 mit „Garp und wie er die Welt sah“, seitdem widmet er sich hauptberuflich dem Schreiben. Er schrieb das Drehbuch für „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ und gewann dafür einen Oscar. Heute lebt er in Vermont und Toronto.

Buch #56: Mark Haddon – Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone

Ein superguter Tag ist es, wenn man auf dem Weg zur Schule fünf rote Autos hintereinander sieht. Tolle Sachen sind Primzahlen und mathematische Rätsel. Nicht schön ist es, wenn man drei oder mehr gelbe Autos sieht, dann wird der Tag schlecht und man sollte sich in Acht nehmen. Dann isst man z.B. besser nichts, denn auch die rote Lebensmittelfarbe, mit der man unangenehmes gelbes oder braunes Essen einfärben kann, hilft nicht weiter.

Christophers bester Freund ist seine Ratte Toby, und er besucht eine Sonderschule, weil er Probleme in einer richtigen Schule hätte. Aber er ist supergut in Mathematik, weswegen er sein Fachabitur in dem Fach ablegen möchte. Wenn nur nichts dazwischen kommt – wie der plötzliche Tod von Nachbarshund Wellington, den Christopher sehr geliebt hat.

Christopher leidet am Asperger-Syndrom, einer Form von Autismus, bei der Menschen Probleme haben, Gefühle und Stimmungen zu verstehen und interpretieren. Auch Unordnung und Unregelmäßigkeiten verwirren sie. Dafür ist es oft so, dass sie in einem Aspekt sehr gut sind, wie Christopher mit der Mathematik, aber es gibt zum Beispiel auch Maler, die sich jedes Detail einprägen können oder Musiker, die Harmonien perfekt beherrschen.

Nun erfährt Christophers Leben also so eine Unregelmäßigkeit, einen Schock. Nachbars Pudel ist tot. Und Christopher, der vor zwei Jahren seine Mutter verloren hat und nun bei seinem Vater lebt, beschließt, diesen Verlust nicht auf sich beruhen zu lassen und den Täter ausfindig zu machen. Dass er uns davon erzählt, verdanken wir seiner Lehrerin Shiobhan, die Christopher rät, seine Geschichte aufzuschreiben, damit er sie besser verarbeiten kann. Und er erzählt uns also von all den Dingen, die er auf sich nimmt, um Wellington zu rächen. Er muss zum Beispiel die Nachbarn befragen, das bedeutet, dass er an deren Türen klingeln und mit ihnen reden muss, was ihm nicht ganz leicht fällt.

Auch wenn die meisten Leute nett zu ihm sind, können sie ihm doch bei seiner Untersuchung nicht helfen. Aber nicht nur das, in den Reaktionen der Menschen liegt noch etwas anderes, das Christopher nicht ganz herleiten kann. Sie verhalten sich mitleidig und fürsorglich, und reden äußerst vorsichtig von seiner Mutter. Warum bloß?

Als Christopher schließlich herausfindet, wer Wellington ermordet hat, kommt das einem Erdbeben in seinem Leben gleich. Nun muss er ganz mutig sein und Dinge tun, die ihm früher nicht im Schlaf eingefallen wären. Wird er sich behaupten können und mit seiner neuen Situation zurechtkommen?

Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone ist ein sehr leicht zu lesender Roman, wird er doch aus der Sicht eines autistischen Jugendlichen erzählt. Dann wiederum ist er nicht so leicht zu lesen, denn seine Sicht ist die einzige, die wir bekommen. Wir sehen seine eingeschränkte Welt, die sich in klaren Linien befinden muss, doch zum Beispiel die Welt seines Vaters, der als Alleinerziehender mit Christopher umgehen muss, wird nur am Rande berührt. Die Sorgen und Nöte, die er ausstehen muss, werden von Christopher gar nicht wahrgenommen, ebenso wenig, wie schwierig es ist, ihm diese „einfache“ Welt zu kreieren.

Geholfen hat mir hierbei, dass ich vor einiger Zeit eine Serie gesehen habe, Parenthood, in der unter anderem das Aufwachsen eines autistischen Jungen gezeigt wird. Hier erfährt man beide Perspektiven, die Sicht des Jungen, aber auch die Not der Eltern. Wen das also interessiert, dem kann ich diese Serie nur empfehlen.

Mark Haddon hat viele Jahre mit autistischen Jugendlichen gearbeitet, daher hatte er einen guten Einblick in ihre Sicht auf die Welt. Und ich denke, das hat er sehr gut vermittelt. Der Weg, den Christopher geht, ist ein für ihn sehr schwieriger, und es ist großartig, wie Haddon die Gedankengänge und „Mutproben“ beschreibt, wie Christopher die Ängste überkommt oder ganz zurückweicht, wenn er überhaupt nicht mit der Situation umgehen kann. Ich hätte mir allerdings gewünscht, dass es etwas offensichtlicher geworden wäre, wie Christophers Umwelt mit ihm zurechtkommen muss, aber dann wiederum ist der Roman aus Christophers Sicht geschrieben und es ist eben diese Form der Krankheit, die dies verhindert.

Ich habe den Roman sehr gern gelesen, er liest sich leicht und flüssig weg und man fiebert mit, ob Christopher in seinem Leben ankommt, ohne zu große emotionale Eruptionen zu erleben, oder falls doch, wie er sie meistert. Es ist ein einzigartiger Blickwinkel, und ich bin froh, diesen gelesen zu haben. Dementsprechend: Leseempfehlung für alle!

Bild: bbc.co.uk

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Mark Haddon wurde am 26. September 1962 in Northampton geboren. Er studierte in Oxford und an der Edinburgh University. Hauptsächlich verfasst er Kinder- und Jugendbücher,und er hat ein Drehbuch für die BBC geschrieben. 2003 bekam er den Whitbread Book of the Year Award für Supergute Tage. Er ist verheiratet und lebt in Oxford.

Mark Haddon: Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone. Aus dem Englischen von Sabine Hübner. Wilhelm Goldmann Verlag, München, 2005 (OA: 2003). 283 Seiten.

Buch #55: Hella S. Haasse – Die Teebarone

Zählt auch zu Nederlandstalig! flagge

Hella Serafia Haasse wurde am 2. Februar 1918 in Batavia, Niederländisch Indien (heute Indonesien), geboren. Niederländisch Indien war eine Kolonie der Niederlande, und Hella Haasse wuchs sowohl hier als auch in Amsterdam auf. Das Leben in der Kolonie ist aber Mittelpunkt von zahlreichen ihrer Werke. Ein anderer Schwerpunkt ihres Werkes sind historische Romane. Die Teebarone gehört zu beiden Kategorien. Hella Haasse hat zahlreiche Literaturpreise erhalten, unter anderen den P.C.Hooft-prijs und der Prijs der Nederlandse Letteren, außerdem eine Ehrendoktorwürde der Universität Utrecht. Drei ihrer Bücher waren Buchwochengeschenke. Sie ist eine der meistgelesenen niederländischen Autoren. Sie starb am 20. September 2011 in Amsterdam.

Bild: hellahaasse.nl

Bild: hellahaasse.nl

Im Quellennachweis des Romans schreibt Hella S. Haasse, dass Die Teebarone zwar ein Roman, aber keine Fiktion sei. Ihr wurden von einer Stiftung Briefe und andere Dokumente zur Verfügung gestellt, die diese von den Nachkommen der Personen im Roman erhielt. Hätte ich dies vorher gewusst, wäre ich anders an die Lektüre herangegangen. Die Hauptperson des Romans ist Rudolf Kerkhoven, der zu Beginn der Geschichte, Mitte des 19. Jahrhunderts, in Delft ein Ingenieursstudium absolviert, es aber eigentlich kaum erwarten kann, nach Westjava auf die Plantage seiner Eltern zu reisen und in das Familiengeschäft einzusteigen: der Handel mit Tee, Kaffee und Gewürzen.

Er steht in stetem Briefkontakt mit seinen Eltern, kümmert sich um die Geschwister, die in die Niederlande zur Schule geschickt wurden, bekommt aber nur halbherzige Antworten und Anweisungen. Auch nach Ende seines Studiums sagt ihm niemand, dass er die Reise und seine Stelle antreten soll. Schließlich erreicht er jedoch in Niederländisch Indien und fängt an, den Anbau von der Pike auf zu lernen. Er ist sehr ehrgeizig und will alles genau wissen und können. Schließlich ist es soweit: mit familiärer Unterstützung bekommt er seine eigene Plantage. Er arbeitet von morgens früh bis abends spät, das Land muss gerodet, Grenzen müssen gezogen, Gebäude gebaut und Maschinen in Betrieb genommen werden. Dann ist da die Schwierigkeit mit der Landessprache, die zu lernen Zeit braucht. Und er muss die vollkommen andere Lebens- und Arbeitsweise seiner Angestellten, der einheimischen Bevölkerung, verstehen.

Der Angang ist hart und steinig, mit Fortschritten und mehr Rückschlägen, aber langsam entwickelt die Plantage sich. Er erhält gute Produkte und seine Experimente laufen auch gut. Bei einem Besuch in der Stadt lernt er Jenny kennen, und für beide steht sofort fest, dass sie heiraten wollen. Jenny erhofft sich ein mondänes Leben auf einer Plantage, und als sie als Braut Gambung, Rudolfs Plantage, erreicht, ist sie entsetzt: ein schäbiges Haus mitten im Nirgendwo. Rudolf und Jenny bekommen Kinder, leben aber in absoluter Armut.

Nach Jahren hat Rudolf genug Geld zusammen, dass er Gambung den Miteigentümern abkaufen kann. Doch die wollen mehr, als er zu zahlen bereit ist. Ein Familienstreit entspinnt sich, der Rudolfs Ehrgeiz und Trotz noch mehr ankurbelt und Jenny noch mehr Zugeständnisse abverlangt. Hat Rudolf mit seinem Ehrgeiz alles zerstört, oder hatte er keine andere Wahl, um am Ende zu Wohlstand zu gelangen? Wird sein Projekt und damit die Jahrzehnte harter Arbeit Erfolg hat haben, oder bleibt nur ein zerbrochenes Leben? teebarone

Wie ich oben bereits andeutete, hätte ich vorher gewusst, wie der Roman entstanden ist, wäre ich anders an die Geschichte herangegangen. Die Schilderung Rudolfs lässt nicht viel Sympathie zu, dennoch fiebert man mit, ob es ihm gelingt, Erfolg zu haben. Dann kommt Jenny ins Spiel, und auch ihre Perspektive wird geschildert, die eine gänzlich andere Sicht bietet als diejenige Rudolfs. Ebenso kommen diverse Familienmitglieder zur Sprache, was das Bild noch weiter verwirrt. Doch im Allgemeinen kann man der Story gut folgen, nur dass eben ein Sympathieträger fehlt.

Ab dem letzten Drittel des Buches wird es jedoch wirklich schwierig, denn dann werden ganze Briefwechsel wiedergegeben, zu bestimmten Themen, zwischen bestimmten Personen, und da hätte ich mir eigentlich denken können, dass es sich um echte Briefe handelt. Wer diese Familienfehden nicht kennt, sei es in Wort oder Schrift, kann sich glücklich schätzen. Mir kam das alles leider sehr bekannt vor. Und wie es meistens ist mit der Wahrheit: jede Perspektive hat ihren Anteil daran. Das ist dem Roman aber leider nicht zuträglich, da man als Leser nun vollends verwirrt ist. Man weiß nicht, wer die Wahrheit sagt, wer übertreibt, wer sich hineinsteigert…

Aus meiner Sicht ist das dann auch der große Nachteil des Romans. Eine interessante Entwicklungsgeschichte verlagert sich in eine Familienfehde, die leider am Ende auch nicht aufgeklärt wird (es sei denn, ich habe etwas missverstanden). Das liegt dann wohl am realen Hintergrund. Aber die Mixtur von realem Material und Fiktion hat hier nicht funktioniert, sie hat mich äußerst unbefriedigt zurückgelassen. Dennoch, wer auf erzählerische Weise etwas über die Niederlande, die Menschen und die Kolonien erfahren möchte, ist hier gut aufgehoben, denn hier funktioniert das Konzept.

Hella S. Haasse: Die Teebarone. Aus dem Niederländischen von Maria Csollány. Wunderlich, Reinbek 1995. 351 Seiten.

Buch #54: John Steinbeck – Die Straße der Ölsardinen

John Steinbeck wurde am 27. Februar 1902 in Salinas, Kalifornien, geboren. Er gehört zu den erfolgreichsten Autoren des 20. Jahrhunderts, weswegen ein Kurzlebenslauf fast unmöglich hier ist. Wer daran interessiert ist, möge hier nachlesen. Steinbeck verfasste viele Romane, Kurzgeschichten und Novellen, war Journalist und Kriegsberichterstatter. Er gewann sowohl den Pulitzer-Preis als auch den Nobelpreis. Er starb am 20. Dezember 1968 in New York.

 

 

„Die Straße der Ölsardinen

ist mehr als nur eine Straße, es ist die Gegend der Ölsardinen und Konservenbüchsen, ist ein Gestank und ein Gedicht, ein Knirschen und Knarren, ein Leuchten und Tönen, ist eine schlechte Angewohnheit von Jugend auf, mein Traum. Cannery Row – in Monterey, Kalifornien, zusammen- und auseinandergeschleudert – besteht aus Alteisen, Blech, Rost, Hobelspänen, aufgerissenem Pflaster, Baustellen voll Unkraut und Kehrichthaufen, aus Fischkonservenfabriken in Wellblechschuppen, aus Wirtschaften, Hurenhäusern, Chinesenhütten, Laboratorien, Läden voll Kram, aus Lagerhäusern und faulen Fischen. Die Einwohner? Huren, Hurensöhne, Kuppler, Stromer und Spieler, mit einem Wort: Menschen; man könnte mit gleichem Recht sagen: Heilige, Engel, Gläubige, Märtyrer – es kommt nur auf den Standpunkt an.“ (S. 7)

Ich stelle mir eines dieser amerikanischen Häuser vor, die die große Veranda vor dem Haus haben. Auf dieser Veranda steht eine Bank, auf der ich sitze, und ein Schaukelstuhl, in dem der Erzähler sitzt. Gemütlich vor- und zurückschwingend erzählt er mir von der Cannery Row und ihren Einwohnern.

Diese Einwohner leben am untersten Rand der Gesellschaft, sie leben in Hütten und Häuschen, manche sogar in den ehemaligen Tanks der Fabriken. Sie haben nichts, außer ihrer Armut und ihrer Sklavenarbeit. Aber ihre Lebenseinstellung ist eine, die der Leser eher nicht erwartet. So ist z.B. eine Einwohnerin eines Tanks ganz verzweifelt, weil sie doch so gerne schöne Vorhänge kaufen würde, doch hat der Tank keine Fenster. Oder eine andere Frau hört auf, ihren Mann windelweich zu schlagen und ihm die Schuld zu geben, weil er im Gefängnis Ruhe vor ihr, ein Dach über dem Kopf und eine warme Mahlzeit hat, was sie ihm missgönnt.

Hier leben Menschen, die vom Leben alles andere als verwöhnt werden. Es gibt z.B. Lee Chong, den chinesischen Ladenbesitzer und somit etwas besser Situierten, der aber auch unzählige Deckel hat, auf denen die Leute angeschrieben haben. Oder da ist Dora, die Puffmutter, die mehr für die Allgemeinheit bezahlt als jeder andere, der dort lebt. Sie hat immer jemanden da, der ihre Mädchen beschützt, und auch diese bekommen Urlaub, weil sie sich mal „erholen“ müssen.

Dann sind da Mack und die Jungs. Sie sind ein Trupp (freiwilliger) Junggesellen, die zusammen leben und nur an heute und ganz, ganz eventuell an Morgen denken. Sie arbeiten, wenn sie Geld brauchen, und sonst leben sie. Man könnte sie ebenso gut Tagediebe wie Lebenskünstler nennen. Sie sind auf jeden Fall eine Gemeinschaft, jeder sorgt für jeden, jeder trägt etwas bei.

Und dann ist da Doc, der wohl der einzige wirklich gebildete Mensch hier ist. Er möchte forschen, weswegen er manchmal Mack und den Jungs den Auftrag gibt, Katzen oder Meeresgetier für ihn zu fangen, und ihnen einen ordentlichen Lohn bezahlt. Ist Not am Mann, wie z.B. bei einer Grippeepidemie, bei der sich die wenigsten Einwohner der Cannery Row einen Arzt leisten können, ist Doc zur Stelle und kümmert sich Tag und Nacht um alle. cannery row

Der Roman besteht aus vielen kleinen Episoden, Geschichten über einzelne Einwohner, über einzelne Ereignisse, kurze Ausschnitte, die sich zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Ein alle Einwohner verbindender Handlungsstrang aber ist der Versuch von Mack und den Jungs, eine Party für Doc zu organisieren, um ihren Dank und ihre Freundschaft auszudrücken. Naturgemäß haben alle an so einer Party teil, aber nicht alles läuft ohne Schwierigkeiten ab.

Ich habe dieses Buch geliebt, weil es mir mit so großer Liebe Menschen nahe bringt, die sonst kaum in der Literatur berücksichtigt werden, und wenn, dann nicht in positiven Bildern. Hier sind die Ärmsten der Armen, die ein armes Leben führen, das jedoch so arm nicht erscheint. Denn hier gibt es ein Zusammengehörigkeitsgefühl, das es wohl nirgendwo anders in dem Maße gibt. Keiner hat etwas, doch das wenige, das da ist, ist für alle da.

Ich sitze auf meiner imaginären Bank und hoffe, dass mein Erzähler, gemütlich schaukelnd, mehr erzählen möge. Ich möchte mehr Geschichten hören über Doc, über Mac und die Jungs, über Lee Chong und wie sie alle heißen. Ich möchte in die Cannery Row reisen und all die Menschen sehen, die mir mein Erzähler so liebevoll beschreibt. Auch wenn es vielleicht langsam dunkel wird und Zeit, von der Veranda aufzustehen und ins Bett zu gehen.

John Steinbeck: Die Straße der Ölsardinen. Aus dem Amerikanischen übertragen von Rudolf Frank. Diana Verlag AG, Zürich, 1984. 270 Seiten.

* Das Buch ist Ed Ricketts gewidmet, Meeresbiologe und Philosoph und ein enger Freund Steinbecks, der ihm mit der Figur des Doc ein Denkmal gesetzt hat.

* Die Ausgabe aus dem Diana Verlag ist übrigens mit Zeichnungen ausgestattet, die einige der erzählten Bilder darstellen. Sehr sehenswert!