Warum ich lese – 40 Liebeserklärungen an die Literatur

Letztes Jahr stellte Sandro vom Blog Novelero sich die Frage, warum er eigentlich liest. Dies inspirierte viele Menschen dazu, das Gleiche zu tun, was in einer großen Anzahl von Beiträgen gipfelte. Auch ich schrieb meine Geschichte dazu.

40 dieser Beiträge hat der Homunculus Verlag nun zu einem wundervollen Buch gestaltet – und mein Beitrag ist auch dabei! Ich freue mich sehr, Teil dieses Projekts zu sein, und hoffe, der Eine oder die Andere interessiert sich für die Geschichten, die „Lesenswege“, und fühlt sich vielleicht inspiriert, über seinen oder ihren Weg zum Lesen nachzudenken. Es sind sehr persönliche Geschichten, unterhaltend, traurig, fröhlich, anregend. Und nach der Lektüre kann es nur einen Weg geben: Den zum Bücherregal!

Erhältlich ist das Buch hier:

Warum ich lese.
40 Liebeserklärungen an die Literatur

Ich wünsche viel Freude mit diesem tollen Buch und hoffe, es möge viele Leser finden!

 

2016 – ein kurzer Rückblick

2016 war kein gutes Jahr, und ich habe die Befürchtung, es soll uns nur vorbereiten auf das, was noch kommt. Dennoch – den Kopf in den Sand zu stecken hilft auch niemandem. Hoffen wir also darauf, dass die meisten Menschen vernünftig bleiben und sich ihren Anstand bewahren, dann wäre man ja schon mal ein Stück weit.

Mein Lesejahr war auch nicht so gut, ich habe sehr viele Bücher nur teilweise gelesen, um sie dann abzubrechen, weil es nicht der richtige Zeitpunkt für sie war. Das Gute daran ist allerdings, dass ich keinen Leseflop aufzuweisen habe – der hat es nie soweit geschafft 🙂

Und hier kommen meine Highlights, in chronologischer Reihenfolge:

 

Chad Harbach – Die Kunst des Feldspiels.

Ein Coming-of-Age-Roman, der an einem amerikanischen College angesiedelt ist und sich um Baseball dreht. Kann nicht interessant sein? Irrtum, dieser Roman hat alles, was ein guter Schmöker braucht.

 

 

Emily Bronte – Sturmhöhe

Ein Klassiker, der nicht die identifikationsfreundlichsten Figuren aufweist, dafür aber eine Sprache und Atmosphäre, die man so schnell kein zweites Mal findet.

 

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Anna Enquist – Das Meisterstück

Ein Roman wie ein komplexes Musikstück, ein Meisterstück. Wer einen Einstieg in die niederländische Literatur sucht, ist hiermit gut beraten.

 

Bild: suhrkamp.de

 

Don Winslow – Tage der Toten

Einer der besten Krimis, die ich je las, und mein Krimi des Jahres.

 

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Niña Weijers – Die Konsequenzen

Ein Debütroman, der mich eingesogen und als begeisterter Fan wieder ausgespuckt hat. Eins meiner beiden absoluten Highlights des Jahres!

 

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Sylvia Plath – Die Glasglocke

Muss man hierzu wirklich noch etwas sagen?!

 

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Charlotte Bronte – Jane Eyre

Die Geschichte einer jungen Frau, die ihren Weg im Leben sucht. 150 Jahre alt, immer noch aktuell.

 

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Gerbrand Bakker – Jasper und sein Knecht

Mein zweites absolutes Highlight in diesem Jahr. Dieses Buch hat mir unglaublich viel gegeben – die Rezension folgt.

 

Und nun bleibt mir eigentlich nur, Euch allen einen guten Rutsch und ein wirklich fantastisches Jahr 2017 zu wünschen. Danke an die Leser, die mich schon so lange begleiten und Willkommen an alle neu Hinzugekommenen. Ich freue mich auf ein weiteres tolles Lesejahr mit Euch allen!

 

 

Es ist Heiligabend…

… und damit an der Zeit für mich, Euch allen ein friedliches, besinnliches und frohes Weihnachtsfest zu wünschen. 2016 war kein einfaches Jahr, und ich hoffe für uns alle, dass das nächste Jahr bessere Dinge bringen wird.

Ich werde in den nächsten Tagen noch ein paar Sachen posten, aber allen, die abwesend sind, wünsche ich schon einmal einen guten Rutsch. Möge die Menschheit ein wundervolles 2017 erleben!

Und nun: ein wenig ausruhen und dann: Bücher auspacken!

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Bild: animaatjes.de

Tipp für den 3.11.2016: Denis Scheck in der Stadtbibliothek Aachen

Meine Lieben,

hier mal wieder ein kleiner Tipp für Aachen und Umgebung: Am Donnerstag, den 3.11.2016 – ja, überübermorgen – wird Denis Scheck wieder sein alljährliches Präsentieren und Bewerten von Büchern vornehmen. Das Ganze geht um 19.45 Uhr los und findet in der Stadtbibliothek Aachen statt.

Bild: aachener-nachrichten.de

Wer schon einmal daran teilgenommen hat, weiß, dass das eine sehr unterhaltsame und kurzweilige Sache ist. Ich kann es nur empfehlen – also, wer Lust hat, begebe sich Donnerstag nach Aachen und lasse sich von Herrn Scheck über gute und schlechte, neue und alte Bücher informieren. Der Eintritt ist frei!

Alle Infos gibt es hier: scheck_info-hp

Über Idealismus und ein Projekt

Ein Beitrag ein wenig abseits des normalen Blogverkehrs…

Neulich bekam ich eine Mail, in der ein Projekt erklärt und um Unterstützung gebeten wurde (näheres dazu kommt weiter unten). Ich hatte auch schon auf mehreren Blogs davon gelesen, deren Verfasser begeistert waren und ebenfalls um Unterstützung warben.

Mein erster Gedanke dazu war: Wow, das nenn ich mal Idealismus. Ein solches Literaturprojekt, in der heutigen Zeit? Das wird er nicht schaffen.

Dann ging es die nächsten Tage weiter. Warum nicht? Anscheinend ist doch Aufmerksamkeit da. Anscheinend teilen Menschen diesen Idealismus. Und das erste Geld fließt rein, Bewusstsein wird generiert.

Warum bin ich also im ersten Moment so pessimistisch? Das kommt wohl daher, dass ich mich selbst auch als Idealisten bezeichnen würde. Und ich weiß, wie schwer es heutzutage ist, einer zu sein. In einer Welt, in der man für etwas, das richtig, aber lästig ist, abfällig als „Gutmensch“ bezeichnet wird. In der man keinen Respekt bekommt, sondern nur Gegenwehr. In der man ausgelacht wird.

Wann ist es passiert, dass einzig als richtig angesehen wird, was Geld bringt? Dass einzig unterstützt wird, was Geld bringt? Das nur einen unmittelbaren Nutzen hat? Dass Projekte, die auf lange Zeit wirken müssen, nicht mehr unterstützt werden?

Dass Politiker nichts tun können, weil sie nur eine begrenzte Zeit haben, in der sie sich jeden verf*ten Tag mit Anfeindungen auseinandersetzen müssen, anstatt Weichen zu stellen, die das Land verbessern?

Dass Forscher für Konzerne forschen und nicht für die Menschheit? Dass sie so oft nicht frei sind in dem, was sie tun, sondern nur in einem kleinen begrenzten Bereich, von dem sich der Konzern Profit verspricht, forschen dürfen?

Dass Menschen, die in einem Land leben, in denen sie ärztlich versorgt werden, selbst wenn sie keine Versicherung bezahlen, die, obwohl sie nichts tun, Geld bekommen, die, wenn sie möchten, sich weiterbilden können, in einem Land, in dem es Kindergärten, Schulen für alle, Polizei, Feuerwehr, Krankenhäuser, Straßen, Radwege, Bibliotheken und noch so viel mehr gibt, was von einem kleinen Anteil, den jeder leisten soll, bezahlt wird, wie kommt es, dass so viele Menschen so unzufrieden sind? Dass Geld das einzig wichtige ist? Nicht Bildung, nicht vernünftig zu leben, nicht, die Welt zu verbessern. Nein, der andere hat (oder könnte eventuell vielleicht unter Umständen haben!) einen Euro mehr als ich. Das geht nicht. Dafür muss die Politik sorgen, dass ich das Meiste habe. Ob ich dafür etwas tat? Irrelevant.

Warum ist es nicht am Wichtigsten, dass man versucht, die Welt zu verbessern? Warum ist es z.B. nicht wichtiger für Pharmakonzerne, neue Medikamente zu entwickeln, als Profit zu machen? Warum ist es wichtiger, Banken (Geld, Geld, Geld) oder Automobilkonzerne (die über kurz oder lang ebenfalls irrelevant sein werden, ob sie wollen oder nicht), zu unterstützen, als Geld in die Bildung und Weiterentwicklung zu stecken?

Warum wird Status nicht an der Bildung und am „Gutmenschentum“ gemessen? Ist der Gedanke für so viele Menschen so unerträglich, in einer Welt zu leben, in der man sich nicht täglich mit irgendeinem Konflikt auseinandersetzen oder auf jemanden herabsehen muss? Einer Welt, in der man Empathie und gegebenenfalls sogar Mitleid mit anderen hat? In der man zusammenarbeitet, um Großes zu schaffen? In der es allen gut geht? Warum ist das so?

Das Projekt, von dem ich eben sprach, ist nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Aber es ist ein Rädchen, das mich zu diesem Artikel brachte. Es handelt sich um eine Literaturzeitschrift, „Fünf. Zwei. Vier. Neun.“ Hier wird die Zeit der Weimarer Republik unter die Lupe genommen, jede Ausgabe soll einen anderen Aspekt, eine andere Fragestellung beleuchten. Jörg Mielczarek, der Kopf hinter dem Projekt, braucht Unterstützung, weswegen er ein Crowdfunding-Projekt gestartet hat. Es handelt sich um ein Projekt, das mich sehr interessiert, zumal es auch zu jeder Ausgabe ein Taschenbuch mit vertiefenden Texten geben soll. Und ich die Befürchtung habe, dass unsere Jetzt-Zeit später einmal mit der Weimarer Zeit verglichen werden wird. Und wir vielleicht so viel darüber lernen sollten, wie möglich. Und weil es einfach eine faszinierende Zeit war, mit einzigartigen Menschen und Werken, die zu entdecken sich lohnt.

Ich habe nicht viel Geld, aber ich werde etwas geben. Und ich ziehe meinen Hut vor jemandem, der ein solches Projekt mit so viel Enthusiasmus und Idealismus betreibt. Möge er ein Vorbild sein. Vielleicht kann der eine oder die andere sich beteiligen (ich weiß, ironisch, Geld, Geld, Geld soll es sein, aber vielleicht bringt das Geld hier einen Nutzen, einen Fortschritt?).

Weitere Informationen gibt es hier: https://www.facebook.com/literaturweimar

Auch Petra und Birgit und Constanze haben darüber geschrieben.

Kleine Notiz

Liebe Leser,

vielleicht habt Ihr es schon bemerkt, aber ich konnte leider meine „September-ist-Niederlande-Monat“-Ankündigung nicht ganz einhalten. Das hatte Gründe, die nicht hierher gehören.

Das bedeutet, dass es hier jetzt normal weitergeht, und ich die restlichen niederländischen Bücher mit einflechten werde.

Bleibt mir wohlgesonnen, und habt ein schönes langes Wochenende!

 

Ankündigung: September ist Niederlande-Monat

Liebe Leser, flagge

zum Endspurt auf die Frankfurter Buchmesse werde ich einen weiteren Niederlande-Monat auf meinem Blog, im Rahmen meines nederlandstalig! -Projektes, einbauen. Aus der Fülle der Neuerscheinungen zur Buchmesse haben auch ein paar Werke den Weg in mein Regal gefunden, die ich gerne vorstellen möchte, ebenso wie einige ältere Bücher, als Appetithäppchen sozusagen.

Es erwarten Euch Bespechungen zu

nina

 

Nina Weijers – Die Konsequenzen

 

 

 

 

 

 

willem

 

Willem Frederik Hermans – Die Dunkelkammer des Damokles

 

 

 

 

 

leon

 

Leon de Winter – Geronimo

 

 

 

 

Im Wald von Marcel Moering

 

Im Wald von Marcel Moering

 

 

 

 

 

Mal sehen, wie weit ich komme, es stehen noch ein paar weitere Bücher im Regal. Ich hoffe, ich wecke Interesse oder Vorfreude, und kann schon einmal soviel versprechen: Einen Schatz habe ich schon geborgen!